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Aktuell Nahost

Syrien: Rebellen bei Aleppo auf dem Vormarsch

Während für die Großstadt Aleppo eine Feuerpause gilt, wird in der gleichnamigen Provinz weiter erbittert gekämpft. Dabei sollen in der Ortschaft Chan Tuman mehr als 70 Menschen getötet worden sein.

Den Aufständischen sei es gelungen, Chan Tuman wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Rebellen, darunter Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten islamistischen Al-Nusra-Front, hätten ihre Offensive gegen Regierungseinheiten in mehrere Ortschaften bereits am Donnerstag eingeleitet.

Bei den heftigen Gefechten seien in weniger als 24 Stunden mehr als 70 Menschen getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle. Bei den Opfern handele es sich um 43 Kämpfer der Al-Nusra-Front und ihrer Verbündeten sowie 30 Soldaten und Damaskus-treue Milizionäre.

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hatten die Al-Nusra-Kämpfer erst im Dezember aus Chan Tuman verjagt. Die Ortschaft liegt in der Nähe der wichtigen Fernverkehrsstraße zwischen Damaskus und der einstigen Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden Syriens.

Die Armee habe durch die Niederlage in Chan Tuman eine ihre Hauptverteidigungslinien in der Region verloren, sagte der Direktor der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien die Rebellen wieder näher an die Verbindungsstraße Richtung Hauptstadt Damaskus herangerückt. Die Angaben der Organisation, die ihren Sitz in Großbritannien hat, sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen, die Beobachtungsstelle stützt sich aber auf ein dichtes Netz von Informanten der verschiedenen Konfliktparteien.

Relative Ruhe in Aleppo

Für Aleppo ist seit Donnerstag eine 48-stündige Feuerpause in Kraft, die offenbar zunächst auch eingehalten wurde. Anwohner berichteten von relativer Ruhe nach zuvor rund zehn Tagen mit heftigem Beschuss. Die USA und Syriens enger Verbündeter Russland hatten sich auf die Ausweitung der in Syrien geltenden Waffenruhe auf Aleppo verständigt und sie gegenüber den Konfliktparteien durchgesetzt, nachdem die Gewalt in der Stadt wieder eskaliert war. Nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern wurden dort in den Tagen vor der Feuerpause rund 280 Zivilisten getötet. Wegen der Kämpfe kam es zum Abbruch der Syrien-Friedensgespräche in Genf.

In dem seit fünf Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg wurden schätzungsweise 270.000 Menschen getötet. Millionen sind auf der Flucht vor der Gewalt.

qu/djo (dpa, rtr, afp)

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