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Aktuell Nahost

Palmyra: Klassik pur statt IS-Barbarei

Ende März wurde die historische Oasenstadt in Syrien den Terroristen des "Islamischen Staates" wieder entrissen. Mit einem Konzert dort feierten Symphoniker aus St. Petersburg nun die Befreiung des Weltkulturerbes.

Blick auf das vollbesetzte Amphitheater in Syriens Wüstenstadt Palmyra während des Konzerts (Foto: picture-alliance/dpa/M. Voskresenskiy)

Die Symphoniker aus St. Petersburg verzauberten das Publikum im römischen Amphitheater von Palmyra

Sechs Wochen nach der Befreiung von Palmyra aus der Hand der Terrormiliz "Islamischer Staat" hat der russische Dirigent Valery Gergiev ein Sinfoniekonzert in der syrischen Stadt geleitet. Im römischen Amphitheater des UNESCO-Weltkulturerbes spielte Gergiev mit dem Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach und Sergej Prokofjew.

Übertragung im russischen Fernsehen

In einer Videobotschaft nannte Präsident Wladimir Putin das Konzert ein "Zeichen der Hoffnung". Der Terrorismus müsse besiegt werden. "Ich hätte nie gedacht, einmal hier aufzutreten. Es ist schwierig, die Gefühle in Zaum zu halten", sagte Gergiev, der seit 2015 als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker arbeitet. Das Konzert sei auch ein Protest gegen Gewalt und Barbarei. "Es ist Musik der Hoffnung", sagte der 63-jährige Putin-Vertraute in der historischen Oasenstadt. Das russische Staatsfernsehen zeigte das Konzert mit dem Titel "Ein Gebet für Palmyra" zeitversetzt.

Dirigent Valery Gergiev leitet das Konzert in Syriens Wüstenstadt Palmyra (Foto: picture-alliance/dpa/M. Voskresenskiy)

Dirigent Valery Gergiev leitete das Orchester

Die syrische Armee hatte die sunnitische Terrormiliz IS Ende März aus Palmyra vertrieben. Die russische Luftwaffe hatte die Befreiung mit Bombenangriffen unterstützt. Ende März schickte Moskau dann Spezialkräfte mit Spürhunden und modernem Suchgerät nach Syrien, um beim Räumen von Minen in der Stadt zu helfen. In der historischen Stätte hatte der IS wertvolle antike Zeugnisse zerstört.

Auftritt Gergievs schon nach russisch-georgischem Krieg

Der Kreml hat schon mehrere Künstler zu Auftritten nach Syrien geschickt. So trat unter anderem der Sänger Iosif Kobson vor russischen Soldaten auf der Luftwaffenbasis Hamaimim auf.

Gergiev hatte nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008 bereits mit einem Auftritt für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Damals gab er in der stark zerstörten südossetischen Hauptstadt Zchinwali ein Freiluft-Benefizkonzert mit Werken von Dmitri Schostakowitsch und Peter Tschaikowski für die Opfer des Konflikts. Gergiev stammt aus einer ossetischen Familie.

sti/gri (dpa, afp)

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