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Aktuell Welt

Suu Kyi plant erste Auslandsreise seit 1988

Die birmanische Oppositionsführerin will im Sommer nach Europa kommen. Nach Jahren der Haft und Hausarreste in Birma möchte die 66-jährige Politikerin zwei für sie besonders wichtige Städte besuchen: Oslo und Oxford.

Es ist eine Reise mit 21 Jahren Verspätung. Denn eigentlich hätte Aung San Suu Kyi im Jahr 1991 den Friedensnobelpreis in der norwegischen Hauptstadt in Empfang nehmen sollen. Doch damals befand sich die Oppositionelle schon unter Hausarrest. Den Preis überreichte der Vorsitzende des norwegischen Nobel-Komitees, Francis Sejersted, in Oslo an ihre beiden Söhne Alexander und Kim. Jetzt will Suu Kyi im Juni Norwegen besuchen. Am Sonntag telefoniert sie dazu mit dem norwegischen Außenminister Jonas Gahr Störe.

Die Söhne der birmanischen Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi, Alexander und Kim Aris, nehmen am 10.12.1991 in Oslo den Friedensnobelpreis stellvertretend für ihre Mutter entgegen. Links der Vorsitzende des norwegischen Nobel-Kommitees, Francis Sejersted (Archivfoto: pa/Scanpix Knut Falch)

Die Söhne von Suu Kyi nahmen 1991 den Friedensnobelpreis entgegen

Die 66-Jährige wird auch in Großbritannien erwartet und folgt damit einer Einladung des britischen Premierministers David Cameron. Cameron hatte sich in der vergangenen Woche zu einem Besuch in Birma aufgehalten. Ein Behördensprecher in der birmanischen Hauptstadt Rangun sagte, Suu Kyi habe einen Pass beantragt, diesen aber noch nicht erhalten.

Politische Engagement nach Sturz des Militär-Diktators

Die Tochter des ermordeten birmanischen Freiheitshelden General Aung San wuchs in Indien auf und hatte in Oxford studiert. 1988 war Suu Kyi von dort nach Birma heimgekehrt, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Dabei erlebte sie den Sturz des Militär-Diktators Ne Win und wurde politisch aktiv. 1990 gewann die "Nationalliga für Demokratie" (NLD) Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung mit Vierfünftelmehrheit, doch durfte das Parlament nie zusammentreten.

Über 15 Jahre lang verbrachte die Friedensnobelpreisträgerin in Haft oder unter Hausarrest. Für ihre politische Überzeugung brachte die Oppositionsführerin viele persönliche Opfer: 1999 lehnte sie das Angebot der damaligen Militär-Junta ab, zu ihrem krebskranken Mann, dem Tibetologen Michael Aris, nach England zu reisen. Sie fürchtete, die Militärs könnten sie ausbürgern. Aris, dem das Militärregime zuvor mehrere Male die Einreise verweigert hatte, starb im März 1999.

Suu Kyi war im November 2010 freigelassen worden, eine Woche nach den von der Militär-Junta organisierten Wahlen. Sie gewann bei Nachwahlen zum Parlament am 1. April 2012 ein Mandat und soll nächste Woche in der Hauptstadt Naypyidaw vereidigt werden.

li/sti (dpa, epd, afpe, rtre)