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Nahost

Sunnitischer Terror im Iran

Nach dem Doppelanschlag auf eine Moschee in Zahedan haben sich die "Dschundallah", die "Gottessoldaten" zu der Tat bekannt: Radikale Sunniten, die im Südosten des Iran gegen die schiitische Vorherrschaft im Iran kämpfen.

Bilder nach dem Anschlag in Zahedan, Foto: ap

Über 20 Menschen wurden bei dem Anschlag in Zahedan getötet

Bei dem Doppelanschlag auf eine Moschee in Zahedan im Südosten des Iran sind am Donnerstagabend (15.07.2010) mindestens 27 Menschen getötet und 270 weitere verletzt worden. Der Zustand von elf der Verletzten sei kritisch, sagte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid Dastdscherdi der Nachrichtenagentur Mehr. Der Gouverneur der Provinz Sistan-Beluchistan, Ali-Mohammed Azad, sagte, die Opferzahl werde vermutlich noch weiter steigen

Eine als Frau verkleideter Selbstmordattentäter hatte seinen Sprengstoffgürtel an einem Kontrollpunkt der Revolutionären Garden in unmittelbarer Nähe zu der schiitischen Jamia-Moschee gezündet. Als sich Helfer und Pilger um die Opfer kümmern wollten, sprengte sich ein zweiter Selbstmordattentäter in die Luft. In der Moschee hatten sich zahlreiche Gläubige versammelt, um den Geburtstag des Iman Hussein, des Enkels des Propheten Mohammed, zu feiern. Aus diesem Anlass werden alljährlich auch die iranischen Revolutionsgarden gefeiert.

Bilder nach dem Anschlag in Zahedan, Foto: ap

Stecken sunnitische Terroristen hinter dem Anschlag? Teheran beschuldigt den Westen, die 'Dschundallah' in der Unruheregion Beluchistan zu unterstützen.



Stecken die "Dschundallah" dahinter?

Der Anschlag wird einer Gruppe zugeschrieben, die sich "Dschundallah" ("Gottessoldaten") nennt. Die radikale Sunniten-Gruppe hatte sich bereits zu einem Anschlag auf die Revolutionsgarden bekannt, bei dem im Oktober 2009 mehr als 40 Menschen gestorben waren. Ihr Anführer Abdulmalik Rigi war im Juni hingerichtet worden. Bei dem aktuellen Anschlag wurden auch sechs Mitglieder der in der Nähe der Moschee stationierten Revolutionsgarden getötet.

Infografik: Iran mit der Provinzhauptstadt Zahedan, Quelle: DW/Grafik: Olof Pock

Iran ist ein Vielvölkerstaat, Minderheiten werden von Teheran meist als Bedrohung für die staatliche Einheit empfunden, ob das die Araber in der Provinz Khusestan sind, die sunnitischen Balutschen in Sistan-Balutschistan oder die Azerbaidschaner im Norden des Landes.



Unruheregion

Zahedan ist die Hauptstadt der Provinz Sistan-Beluchistan, die an Afghanistan and Pakistan grenzt. Dort leben mehrheitlich Sunniten und die Region gilt als eine Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die schiitische Vorherrschaft. Im Mai 2009 waren bei einem Anschlag auf eine Moschee in Zahedan 25 Gläubige getötet und 80 verletzt worden.


Autorin: Ina Rottscheidt (apn/dpa/afp)
Redaktion: Diana Hodali

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