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Fußball

Stuttgart gerettet, Hamburg Drittletzter

Selten war die Entscheidung über Abstieg und Klassenerhalt so spannend: Am Ende ziehen zwei Traditionsvereine den Kopf noch einmal aus der Schlinge, Enttäuschung herrscht dagegen in Paderborn und Freiburg.

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Fazit zur Bundesliga-Saison 2014/15

Als es vorbei war, sanken die einen weinend auf den Rasen oder standen mit Fassungslosigkeit im Blick herum, weil es trotz aller Hoffnung doch nicht gereicht hatte. Die anderen dagegen feierten und tanzten auf dem Platz herum, als hätten sie gerade die deutsche Meisterschaft gewonnen. Ganz eng lagen um 17:20 Uhr himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt nebeneinander. Gerade hatte Schiedsrichter Deniz Aytekin die Partie zwischen dem SC Paderborn und dem VfB Stuttgart beendet, die der VfB knapp mit 2:1 (1:1) für sich entschied. Damit zogen die Stuttgarter den Kopf noch einmal aus der Schlinge und kletterten auf Rang 14, das rettende Ufer - Paderborn dagegen stieg nach nur einem Jahr direkt wieder aus der Bundesliga ab.

Dabei hatte es anfangs noch so gut ausgesehen für den Underdog: Bei einem schnellen Angriff der Paderborner spielte Srdjan Lakic seinen Teamkollegen Marc Vucinovic am rechten Strafraumeck frei, der den Ball mit einem wuchtigen Schuss ins rechte Eck hämmerte (4. Minute). Damit kletterte der SCP zwischenzeitlich auf den Relegationsplatz - allerdings nur bis zur 36. Spielminute, als Daniel Didavi der Ausgleich gelang. Nach einem missglückten Klärungsversuch von Uwe Hünemeier stand er an der Strafraumgrenze völlig frei und setzte den Ball aus 16 Metern mit einem platzierten Flachschuss in die Maschen. Für eine Befreiung sorgte das bei den Stuttgartern aber zunächst nicht. Paderborn war nach dem Seitenwechsel lange Zeit die bessere Mannschaft, bis Daniel Ginczek mit einem unwiderstehlichen Alleingang durch die Paderborner Abwehr pflügte, auch den Torwart umkurvte und zum 2:1 für den VfB traf (72.). Ein goldenes Tor für den VfB.

"Wir sind glücklich, dass es uns nicht getroffen hat", sagte VfB-Trainer Huub Stevens, der seinen Nimbus wahrte und nach wie vor als Trainer nie absteigen musste. "Wenn man so schnell mit 0:1 in Rückstand gerät, könnte man denken, nervös zu werden, doch wir haben die Ruhe bewahrt und verdient gewonnen."

Freiburgs tiefer Sturz

Bundesliga Hannover 96 vs. SC Freiburg

Freiburg verspielt in Hannover die Erstklassigkeit

Gemeinsam mit dem SCP den Gang in Liga zwei antreten muss der SC Freiburg, der als 14. nach dem 33. Spieltag eigentlich aus einer komfortablen Ausgangsposition ins Abstiegsendspiel bei Hannover 96 gegangen war. Doch ein frühes Tor ebnete Hannover den Weg zum 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Freiburger. Nach einer Flanke, die im hohen Bogen vom linken Flügel in den Strafraum segelte, reagierte Hannovers Japaner Hiroshi Kiyotake am schnellsten. Mit einem Flugkopfball setzte er den Ball per Aufsetzer ins linke Toreck und ließ die Hannoveraner Fans jubeln (3.). Hannover blieb auch danach am Drücker und kam zu weiteren Chancen, verpasste es aber, das Spiel endgültig zu entscheiden. Diesen Job übernahm schließlich ein Freiburger: In seinem letzten Spiel für den SC unterlief Pavel Krmas ein dummes Eigentor. Statt Torhüter Roman Bürki die Rettung bei einer Hannoveraner Torchance zu überlassen, griff er ein, störte seinen Schlussmann und bugsierte den Ball in der 84. Minute ins eigene Tor. Zwar kamen die Freiburger durch Nils Petersen noch zum Anschlusstreffer (90.+2), den Ausgleich, der den Klassenerhalt bedeutet hätte, schafften sie aber nicht mehr.

"Wir haben nicht ganz den letzten Tick, die große Torgefahr erzeugen können", bemängelte SC-Coach Christian Streich. "Das ist leider auch in diesem Moment ein Spiegelbild einer total grotesken Saison, die ich so noch nie erlebt habe. Jetzt müssen wir leider in die Zweite Liga absteigen. Das ist sehr traurig für uns."

Hamburg erneut in der Relegation

Weder befreiten Jubel noch bittere Enttäuschung gab es im Hamburger Stadion nach dem Abpfiff zu sehen. Zwar gewann der Hamburger SV gegen den FC Schalke 04 mit 2:0 (0:0), doch muss er als 16. der Abschlusstabelle dennoch weiter um den Klassenerhalt bangen. Der Kampf um den Verbleib des Bundesliga-Dinos in Liga eins geht in der Relegation gegen den Karlsruher SC am 28. Mai und am 1. Juni in die Verlängerung.

Der Sieg gegen schwache Schalker war aber insgesamt verdient. In der 1. Halbzeit überboten sich die Hamburger Spieler noch in Sachen Harmlosigkeit, Sturmhoffung Pierre-Michel Lasogga musste sogar verletzt ausgewechselt werden (27.), doch dann sorgte Ivica Olic kurz nach der Pause für die kollektive Befreiung.

Fußball Bundesliga 34. Spieltag FC Schalke 04 vs. Hamburger SV

Wintereinkauf Olic (2.v.r.) trifft für den HSV zum 1:0 - es ist das erste Tor des Kroaten für Hamburg

Nach einem Eckball kam der Ball auf Umwegen zum Kroaten, der halblinks vor dem Tor im Sechzehnmeterraum lauerte und den Ball mit einem Schuss ins lange Eck im Tor unterbrachte (49. Minute). Damit war der Knoten geplatzt: Kurze Zeit setzte sich Verteidiger Slobodan Rajkovic nach einem Freistoß gegen Roman Neustädter durch und traf per Kopf zum 2:0 (58.). Die beiden Tore sorgten dafür, dass der HSV eine weitere Chance erhält, eine total verkorkste Saison zu retten.

"Dass wir die Relegation geschafft haben, ist sensationell", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia, der als Spieler beim KSC unter Vertrag war. Er hatte die Mannschaft für die letzten sechs Saisonspiele auf dem letzten Tabellenplatz übernommen und zehn von 18 möglichen Punkten geholt. "Wir haben uns den Sieg verdient. Keiner hatte mehr mit uns gerechnet und jetzt müssen wir es eben über die Relegation schaffen."

Aufgrund der anderen Ergebnisse der anderen Abstiegskandidaten darf Hertha BSC für ein weiteres Jahr in der 1. Liga planen. Die Berliner verloren bei 1899 Hoffenheim mit 1:2 (0:1) und rutschten auf Rang 15 ab. Anthony Modeste setzte sich in der 8. Minute im Strafraum durch und drosch den Ball in die Maschen. Roy Beerens traf für die Hertha (72.), Roberto Firmino stellte den Endstand her (80.). Es war wohl der letzte Treffer des quirligen Brasilianers für die Hoffenheimer - Firmino steht Gerüchten zufolge vor einem Wechsel nach England.

Wolfsburg ist Vize, der BVB im Europapokal

Der VfL Wolfsburg hat sich mit einem 2:2 (2:1) beim 1. FC Köln die Vizemeisterschaft gesichert. Zunächst brachte Yuya Osako die Kölner in Führung (3.), dann aber drehten Luiz Gustavo (8.) und Ivan Perisic (15.) das Spiel noch in der ersten Viertelstunde. Nach dem Seitenwechsel erzielte Slawomir Peszko das 2:2 (61.). Borussia Mönchengladbach beendet die Saison als Dritter. Die Gladbacher verloren gegen den FC Augsburg mit 1:3 (1:0). Für die Borussia traf Raffael (36.). Anschließend drehten Pierre-Emile Höjbjerg (72.) und Tim Matavz (77.) und Sascha Mölders (90.+5) die Partie mit ihren Toren noch. Gladbachs Norweger Harvard Nordtveidt sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (61.). Augsburg steht damit nach einer beeindruckenden Saison auf einem hervorragenden fünften Platz und spielt in der Europa League.

Bundesliga Borussia Dortmund gegen SV Werder Bremen

Dank an einen großen Trainer in Dortmund

Sicher in der Europa League ist auch Borussia Dortmund. Beim letzten Heimspiel unter Trainer Jürgen Klopp besiegten die Dortmunder Werder Bremen mit 3:2 (3:1). Shinji Kagawa (15.) und Pierre-Emerick Aubameyang (17.) brachten den BVB mit einem Doppelschlag in Führung. Levin Öztunali gelang der Anschlusstreffer (27.), bevor Henrikh Mkhitaryan auf 3:1 erhöhte (42.). Theo Gebre Selassie gelang das Tor zum 3:2-Endstand (85.). Dortmund ist Siebter. Sollten sie am 30. Mai im DFB-Pokalfinale gegen Wolfsburg gewinnen, wären sie als Pokalsieger in der Europa League dabei - sollten sie verlieren, wären sie als Bundesliga-Siebter ebenfalls qualifiziert, weil die "Wölfe" in der Champions League starten.

Eintracht Frankfurt spielte gegen Bayer Leverkusen 2:1 (2:1). Haris Seferovic brachte die Hausherren in Front (4.), Karim Bellarabi schaffte den schnellen Ausgleich (6.). Dann traf Alexander Madlung nach einer Ecke zur erneuten Frankfurter Führung (39.). Der FC Bayern München gewann sein letztes Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 mit 2:0 (1:0) und durfte anschließend aus der Hand von Liga-Präsident Reinhard Rauball die Meisterschale in Empfang nehmen. Torschützen waren Torjäger Robert Lewandowski, der in der 25. Minute per Strafstoß traf und Bastian Schweinsteiger (49.). Für Lewandowski war es der 17. Saisontreffer. Dem Polen gelang es aber nicht mehr, Frankfurts Alex Meier die Torjägerkanone abzujagen. Der verletzte Eintracht-Stürmer beendet die Saison mit 19 Toren als bester Torschütze.

Mann, war das spannend! Hier gibt es den Verlauf des letzten Bundesliga-Spieltags noch einmal zum Nachlesen:

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