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Sport

Die HSV-Uhr tickt (noch)…

Für den Hamburger SV scheint die Bundesliga-Uhr abzulaufen. Der Liga-Dino hat es nicht mehr in der eigenen Hand. Am letzten Spieltag muss der HSV gegen Schalke 04 gewinnen und ist außerdem auf Schützenhilfe angewiesen.

Ausgangslage: Ein Sieg allein reicht nicht

Der Hamburger SV braucht am letzten Spieltag im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 einen Sieg. Als Tabellen-17. müssen die Hanseaten aber auch noch auf zwei weitere Partien schauen und sind auf Schützenhilfe angewiesen. Der

VfB Stuttgart darf sein Spiel beim SC Paderborn

nicht gewinnen und auch die Begegnung zwischen

Hannover 96

und dem

SC Freiburg

darf nicht unentschieden enden. Drei Faktoren also, die für einen Klassenerhalt des Bundesliga-Dinos zusammen kommen müssen. "Der Glaube ist schon mal fast weg, aber die Hoffnung stirbt ja immer zuletzt. Aber natürlich ist sie nicht allzu groß, da bin ich ganz ehrlich", gibt sich HSV-Idol Uwe Seeler zurückhaltend realistisch.

Der Hamburger SV ist daher gut beraten sich auf seine eigenen Hausaufgaben zu fokussieren. Schwer genug, denn der letzte Erfolg gegen den FC Schalke 04 liegt schon eine Weile zurück. Im November 2012 konnte der HSV zuletzt einen Sieg über Schalke feiern. Gut für den HSV ist, dass Königsblau bereits am vergangenen Spieltag das Saison-Minimalziel Europa-League-Qualifikation erreicht hat. Außerdem hat Schalke momentan mehr mit einer

zerstrittenen Mannschaft

und aufkommender Fan-Wut zu kämpfen. Auch in Gelsenkirchen wird man froh sein, wenn die Saison endlich vorbei ist.

Stimmung: Hoffen auf den "Geist von Malente"

Bildergalerie Hamburger SV

Rafael van der Vaart nach der Niederlage in Stuttgart

Die Hamburger haben sich seit Mittwoch in einem Kurztrainingslager von der Öffentlichkeit abgeschottet. Ausgerechnet im "Uwe Seeler Fußball Park" im Dorf Malente in Schleswig-Holstein will Trainer Bruno Labbadia den "Geist von Malente" beschwören. Dort hat sich in der Vergangenheit bereits die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf große Turniere vorbereitet und holte 1974 und 1990 anschließend den WM-Titel. Ob Malente aber auch Abstiegskampf kann, wird sich noch zeigen. Labbadia erwartet jedenfalls, dass die Hamburger durch die Maßnahme noch einmal eng zusammenrücken. "Wir legen Wert auf größtmögliche Geschlossenheit und unsere Gemeinschaft. Daher möchten wir auch alle dabei haben", sagte der 49-Jährige.

Auch mit dabei ist der Kapitän Rafael van der Vaart. Gegen Stuttgart hatte er sich nach einem desolaten Auftritt in der Nachspielzeit eine völlig unnötige Gelbe Karte abgeholt. "Abgang ohne Anstand", schrieb darauf die Hamburger Morgenpost. Der früher gefeierte Star habe sich "aus der Verantwortung gestohlen". Nur wenn sich der Tabellenvorletzte doch noch in die Relegation rettet, zieht sich van der Vaart vielleicht noch einmal das Trikot mit der Raute über. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er zu einer der tragischen Hauptfiguren des ersten Abstiegs der Vereinsgeschichte werden wird.

Prognose: Vier Trainer für einen Abstieg

Bildergalerie Hamburger SV

Bruno Labbadia sorgte für kurzzeitigen Aufschwung

Mirko Slomka, Joe Zinnbauer, Peter Knäbel und Bruno Labbadia. Vier Trainer in einer Saison!

Und außerdem noch viel zu lange auf Thomas Tuchel gehofft.

"Bruno Labbadia hätte ich mir früher gewünscht" sagt daher auch Uwe Seeler. Sorgte der Trainer, der erst am 15. April 2015 den Posten übernommen hat, doch für einen kurzfristigen Aufschwung mit sieben Punkten aus vier Spielen. Auch wurden die Hamburger unter dem ehemaligen Stürmer wieder torgefährlich und erzielten erstmals in dieser Saison in vier Partien in Serie mindestens ein Tor. Am Ende werden Labbadia aber insgesamt sechs Bundesligaspiele nicht reichen, um die Fehler der letzen Jahre auszugleichen.

Bei einem Abstieg müsste der schon klamme HSV den Kostenapparat weiter runter fahren. Und das ist eine schwierige Aufgabe. Denn alle laufenden Spielerverträge haben auch für die 2. Liga ihre Gültigkeit. Das Gehaltsniveau müsste von aktuell 53 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro halbiert werden. Auch die TV-Gelder halbieren sich im Fußballunterhaus auf 12 Millionen Euro. Und die Sponsoren, sofern sie denn an Bord bleiben, würden auch 40 Prozent weniger zahlen. Eine Herkulesaufgabe bei der man an einer sofortigen Rückkehr in die Bundesliga schon mal zweifeln kann.

Verabschieden müsste man sich auch von der so oft erwähnten und symbolträchtigen Bundesliga-Uhr im Stadion. Diese zeigt die fast 52-jährige Zugehörigkeit des Hamburger Sportvereins zur deutschen Eliteliga auf die Sekunde genau an. Sollte der HSV-Abstieg am Samstagabend nach 51 Jahren und 272 Tagen besiegelt sein, wird sie am Wochenende für immer abgestellt.

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