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Politik

Streit um Schatt el Arab

Acht britische Marinesoldaten sind am Montag (21.6.) von iranischen Behörden festgenommen worden. Die Anklage lautet: Die Briten seien mit ihren drei Booten in iranisches Hoheitsgebiet eingedrungen.

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Britische Präsenz am Persischen Golf

Der Vorfall ereignete sich im Schatt el Arab - einer schmalen Wasserstraße, die den Südwesten Irans vom Irak trennt. Nach britischen Angaben sollten die Soldaten die Boote vom Persischen Golf nach Basra überführen. Dort befindet sich das Oberkommando der britischen Besatzungstruppen im Irak. "Kleinere Boote fahren den Schatt el Arab häufig auf und ab", sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums. Sie leisteten bei der Ausbildung irakischer Polizisten Unterstützung.

Verdacht auf Spionage

Die Sprecher der Revolutionären Garden teilten indes mit, dass die Untersuchungen im Fall noch andauern würden. Noch sei unklar, ob die Briten frei gelassen werden - und wenn ja: wann. Sie werden wohl in den nächsten Tagen wegen illegalen Eindringens in iranische Gewässer vor Gericht gestellt. In Irans amtlichen Medien hieß es, an Bord der Patrouillenboote seien Waffen, Kameras für Spionagezwecke und detailliertes Kartenmaterial beschlagnahmt worden.

Trotz eines Telefongespräches zwischen dem britischen Außenminister Jack Straw mit seinem iranischen Kollegen Kamal Charrasi, bleibt die Situation angespannt.

Im Iran verhaftete Britische Soldaten

Vom Boot in die Gefangenschaft - acht Marineoffiziere im Iran

Der staatliche iranische Fernsehsender El Alam zeigte am Dienstag Aufnahmen der acht gefangen genommenen Briten, die in Militärkleidung schweigend in einem Raum saßen. Noch ist unklar, wo die Männer festgehalten werden.

Angespannte Beziehung

Im Schatt el Arab kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Zuletzt hatten die iranischen Revolutionären Garden Fischerboote aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgebracht, nachdem zuvor die Emirate ein iranisches Boot wegen Grenzverletzung festgehalten hatten. Der Zwischenfall mit den britischen Booten hat indes eine besondere Brisanz.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran waren in den vergangenen Wochen zunehmend angespannt. Gemeinsam mit anderen Ländern hat Großbritannien der Regierung in Teheran vorgeworfen, sie sei bei der Kontrolle ihres Atomprogrammes durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht ausreichend kooperativ gewesen.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Der Vorfall in Schatt el Arab hat sich auch an europäischen Börsen bemerkbar gemacht. Der Preis für das als sichere Anlage in Krisenzeiten geltende Gold stieg kurzfristig nach Bekanntwerden des Vorfalls etwas an. Auch der Deutsche Aktienindex reagierte nach Einschätzung einiger Frankfurter Aktienhändler mit leichten Abschlägen. Vor allem die Furcht vor einer Ausweitung der Krise im Nahen Osten auf den erdölreichen Iran beängstigt die Börsianer. Denn sie wissen: Wenn es in Saudiarabien oder Iran brodelt, wird das Erdöl in der ganzen Welt teurer.

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