1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Achillesferse der Weltwirtschaft

Saudi-Arabien ist wichtig für die weltweite Ölversorgung: Das Land fördert knapp zehn Prozent des täglichen Bedarfs und hat rund ein Viertel aller Vorräte. Das saudische Öl ist im Visier der OPEC. Und der Terroristen.

default

Gut gepflegt und scharf bewacht: Ölanlagen in Saudi-Arabien

In seinem Buch "Die Saudi Connection" beschreibt der ehemalige CIA-Mitarbeiter Robert Baer ein Szenario, das Eingeweihten seit langem wie ein Alptraum vorgekommen sein muss, das nach den Terroranschlägen von Chobar jedoch den Bereich der Fiktion verlassen hat: Islamistische Extremisten greifen Öl-Förder-Anlagen im Nordosten Saudi-Arabiens an und versetzen damit nicht nur dem saudischen Königreich sondern auch der Weltwirtschaft einen schweren Schlag.

Angriff von Fanatikern

Geiselnahme in Khobar, Saudi-Arabien, beendet

Blutiges Ende der Geiselnahme in Chobar (29.5.1004)

Bisher hat niemand einen solchen Angriff versucht. Doch mit den jüngsten Überfällen auf ausländische Öl-Experten bewegen die Terroristen sich gefährlich in diese Richtung: Man habe den "fremden Kreuzfahrern" einen schweren Schlag versetzt, die seit langem die arabischen oder muslimischen Bodenschätze raubten. So hieß es in einer Erklärung, mit der angeblich El Kaida die Verantwortung für die Bluttat von Chobar übernahm.

Selbst wenn der schon standardisierte Vorwurf gegenüber den Gefolgsleuten Osama Bin Ladens vielleicht nicht zutreffen sollte: Die enge Zusammenarbeit und die noch engere Interessengemeinschaft zwischen dem Westen und dem saudischen Königshaus ist islamistischen Fanatikern seit langem ein Dorn im Auge. Der Westen unterstützt das in ihren Augen korrupte und vom wahren Glauben längst abgefallene Königshaus - und erhält dafür Öl zum Vorzugs-Preis. Und die saudischen "Royals" revanchieren sich auch für ihren Schutz, indem sie durch Produktions-Steigerungen im Notfall den Ölpreis regulieren. So, wie Riad es auch jetzt in der OPEC durchsetzen will. Und gegebenenfalls auch im Alleingang tun würde.

Bedeutung des Königreichs

Solches durchzudrücken, wäre für Riad ein Leichtes: Das Königreich verfügt über die größten Erdöl-Reserven der Welt, die gegenwärtig auf fünf großen Erdöl-Feldern gefördert werden. Saudi-Arabien steht für ein Viertel der Welt-Produktion an Erdöl. Es ist damit der mit Abstand wichtigste Produzent.

Und ein zuverlässiger noch dazu, zumindest aus westlicher und besonders amerikanischer Sicht: Die USA, auf die ein Viertel des weltweiten Ölkonsums entfällt, importieren knapp über die Hälfte davon aus dem Ausland - und einen beträchtlichen Teil aus Saudi-Arabien. Es waren US-Firmen, die Ende der 1930-er Jahre die ersten Ölquellen dort erschlossen. Und es waren US-Firmen, die lange Jahre in erster Linie von diesen Vorkommen profitierten. Die guten Beziehungen wurden auch nicht durch die Gründung der staatlichen Öl-Gesellschaft "ARAMCO" beeinträchtigt, die USA sind weiterhin Riads engster Partner im Ölgeschäft.

Lesen Sie im folgenden, warum Saudi-Arabien in Angst vor Terrorangriffen auf Ölförderanlagen und Erdölexperten lebt.

Die Redaktion empfiehlt