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Wirtschaft

Steuerfahnder ermitteln gegen Tochter der Royal Bank of Scotland

Wieder steht eine Schweizer Bank im Fokus der Steuerfahnder. Dieses Mal soll die Privatbank Coutts & Co, Tochter der Royal Bank of Scottland, Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben.

Das britische Mutterhaus Royal Bank of Scotland (RBS) teilte in seinem Geschäftsbericht für 2014 mit, dass deutsche Behörden gegen seine Schweizer Tochter Coutts & Co ermitteln. Es bestehe der Verdacht auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die Untersuchungen richteten sich gegen die Bank sowie gegen frühere und jetzige Mitarbeiter. Coutts ist eine der ältesten Banken der Welt, zu ihren Kunden zählt auch die britische Queen. Erst vor wenigen Tagen hatten Schweizer Staatsanwälte ebenfalls wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerflucht Ermittlungen gegen die Schweizer Niederlassung der Großbank HSBC eingeleitet.

Die RBS erklärte, Coutts kooperiere umfassend mit den Ermittlern. Bank-Chef Ross McEwan sagte dem Sender ITV, das Geldhaus werde im Fall von Gesetzesverstößen scharfe Strafen verhängen.

Kooperation auch mit den USA

Laut dem RBS-Bericht arbeitet Coutts auch mit dem US-Justizministerium bei Ermittlungen zur "Rolle der Schweizer Banken beim Verbergen von Vermögen von US-Steuerzahlern" zusammen. Demnach sammelte Coutts Informationen zu allen Kontoinhabern mit Bezug zu den USA und übergab die Ergebnisse im November den US-Steuerbehörden. Zur Begleichung etwaiger Strafzahlungen sei bereits Geld zurück gelegt worden.

Im August hatte die RBS den von der Schweiz aus geführten nicht-britischen Teil von Coutts & Co zum Verkauf gestellt. Insidern zufolge haben die eidgenössischen Institute Credit Suisse, Bank Julius Bär und Safra Sarasin Interesse an einer Übernahme gezeigt. In Großbritannien soll Coutts weiterbestehen. Coutts International, das Kundengelder von etwa 36 Milliarden Dollar verwahrt, wird von Zürich aus geführt und ist in Hongkong, Singapur, Abu Dhabi und Dubai präsent.

chr / gmf (afp, rtr)

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