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Aktuell Afrika

Steinmeier will Mali-Einsatz nicht ausweiten

Die niederländischen UN-Einheiten planen den Abzug mitsamt ihrer Hubschrauber. Das hätte Auswirkungen auf den Bundeswehreinsatz in dem afrikanischen Land.

Mali Deutschland Ausbildungsmission der Bundeswehr in Koulikoro Foto: © picture-alliance/dpa/M. Gambarini

Ein Bundeswehr-Soldat bei der Ausbildung malischer Soldaten

Der für Anfang 2017 geplante Abzug niederländischer Rettungs- und Kampfhubschrauber von dem gemeinsamen Stützpunkt in der früheren Rebellenhochburg Gao müsse vorrangig von anderen Verbündeten kompensiert werden, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier der Deutschen Presse-Agentur. "Nicht Deutschland steht in der Pflicht und schon gar nicht in der ersten Reihe, die bisher von den Niederländern gestellten Hubschrauber zu ersetzen", sagte er. Nach einem Bericht von tagesschau.de hat die Bundeswehr bereits angedeutet, dass, wenn kein anderes Land die Lücke, die die Niederländer mit ihrer Lufteinheit reißen, füllt, die deutsche Beteiligung am UN-Einsatz MINUSMA in Mali auch beendet werden könnte.

Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen sind die Vereinten Nationen (UN) bereits in Kontakt mit Ländern, die einspringen könnten. Die Bundeswehr ist seit fünf Monaten im Norden des westafrikanischen Krisenstaats im Einsatz. Derzeit sind dort etwa 300 Soldaten stationiert. Das Gebiet war 2012 zeitweise in der Hand von islamistischen und anderen Rebellengruppen. Auch heute kommt es immer wieder zu Anschlägen und Angriffen - auch auf die UN-Truppen.

Überraschende Abzugspläne

Der Einsatz in Westafrika ist nicht ungefährlich. In der vergangenen Woche wurde erstmals eine Bundeswehr-Patrouille beschossen. Die UN-Mission soll zur Umsetzung eines Friedensabkommens der Regierung mit Rebellen beitragen. Die deutschen Truppen kooperieren in Gao eng mit den niederländischen. Anfang Juni wurde die Bundesregierung von den Abzugsplänen der Niederlande überrascht. Zu Beginn des Bundeswehreinsatzes war davon noch keine Rede. Das Bundestagsmandat erlaubt den Einsatz von bis zu 650 deutschen Soldaten - doppelt so viele wie derzeit.

cgn/gri (dpa, tagesschau.de)