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Australien

Steinmeier will Beziehungen zu Australien ausbauen

Als erster Bundespräsident seit anderthalb Jahrzehnten besucht Frank-Walter Steinmeier Australien. Mit Premierminister Turnbull stimmt er darin überein, dass die bilateralen Beziehungen verbessert werden sollten.

Deutschland Bundespräsident Steinmeier in Australien (picture-alliance/dpa/B. von Jutrczenka)

Große Einigkeit: Bundespräsident Steinmeier (links) und der australische Premierminister Turnbull in Perth

Zum Auftakt eines Staatsbesuchs in Australien warb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der westaustralischen Stadt Perth dafür, über die Wirtschaftsbeziehungen hinaus auch die Kontakte in Politik und Kultur zu stärken. Ähnlich äußerte sich Regierungschef Malcolm Turnbull. Als weiteres Feld für eine engere Zusammenarbeit nannten beide den Kampf gegen den Klimawandel. Australien ist nach Singapur die zweite Station der Reise Steinmeiers.

In Perth will der Außenminister am Samstag eine Wirtschaftskonferenz mit mehreren hundert Geschäftsleuten aus dem asiatisch-pazifischen Raum eröffnen. Ab Sonntag steht ein Staatsbesuch in Neuseeland auf dem Programm. Am Mittwoch kehrt er nach Berlin zurück.

"Potenzial nicht ausgeschöpft"

Steinmeier sagte: "Das Potenzial in den wirtschaftlichen Beziehungen ist bei weitem nicht ausgeschöpft." An die deutsche Wirtschaft appellierte er, sich stärker in Australien zu engagieren. In Perth wird auch das 40-jährige Bestehen der deutsch-australischen Handelskammer gefeiert. Zugleich müssten, so Steinmeier, die Beziehungen in Bildung und Kultur gestärkt werden. "Ich glaube, dass Europa stärker präsent sein muss."

Der konservative Regierungschef Turnbull warb um Investitionen. Er freue sich über eine "stärkere deutsche Präsenz". Zugleich sprach er sich dafür aus, bald mit den geplanten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Australien und der Europäischen Union zu beginnen. Australien gehört zu den Ländern mit einer sehr robusten Konjunktur. Die Wirtschaft wächst dort seit mehr als einem Vierteljahrhundert praktisch ohne Unterbrechung.

Appell der Menschenrechtler

Menschenrechtler forderten Steinmeier auf, auch die Lage von etwa 600 Flüchtlingen anzusprechen, die von Australien auf die Insel Manus gebracht wurden, die zu Papua-Neuguinea gehört. Dort leben die Männer nach der offiziellen Schließung ihres Lagers in unhaltbaren Zuständen. 

Es ist die bislang längste und weiteste Auslandsreise des früheren Außenministers im neuen Amt. Steinmeier wird von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet. Der letzte Staatsbesuch eines deutschen Präsidenten im Australien liegt bereits 16 Jahre zurück: Im April und Mai 2001 war der inzwischen verstorbene Johannes Rau als Staatsoberhaupt in Australien und Neuseeland gewesen.

kle/ust (dpa)