Star-Regisseure fordern Neuausrichtung der Berlinale | Filme | DW | 24.11.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Filme

Star-Regisseure fordern Neuausrichtung der Berlinale

Wer folgt auf Berlinale-Chef Dieter Kosslick nach Ende seines Vertrages 2019? 79 Filmregisseure schlagen in einer gemeinsamen Erklärung vor, die Findungs-Kommission international und paritätisch zu besetzen.

In der Kritik steht Berlinale-Chef Dieter Kosslick schon lange. Er bestimmt seit vielen Jahren maßgeblich den Kurs der renommierten Filmfestspiele in Berlin. Sein Vertrag endet 2019, aktuell läuft bereits - inoffiziell - die Suche nach einem passenden Nachfolger, der das internationale Filmfestival für die Zukunft ausrichtet.

79 bekannte deutsche Regisseure und Regisseurinnen fordern jetzt eine konsequente künstlerische Neuausrichtung der Berlinale. Es gelte, das Festival programmatisch zu erneuern und zu entschlacken, schreiben die Filmemacher in einer Erklärung, die "Spiegel-Online" veröffentlicht hat. Zu den prominenten Unterzeichnern, von denen viele ihre Filme auf der Berlinale gezeigt haben, gehören unter anderem Maren Ade, Fatih Akin, Dominik Graf und Volker Schlöndorff.

Europäischer Filmpreis 2016 Breslau - Maren Ade (picture alliance/dpa/M. Kulczynski)

Mitunterzeichnerin: Regisseurin Maren Ade bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2016

Anlass für die Erklärung ist die Besetzung der Findungskommission für den Chefposten der Berlinale. Für die Wahl der nächsten Festivalleitung ist Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) verantwortlich. Die Regisseure schlagen vor, eine internationale, zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzte Kommission einzusetzen, die auch über eine grundlegende Ausrichtung der Filmfestspiele nachdenken soll.

"Begnadeter PR-Mann"

Dieter Kosslick, am 30. Mai 1948 Pforzheim geboren, begann seine publizistische Laufbahn 1982 bei der linken Zeitschrift "Konkret". Seit 1. Mai 2001 ist er offiziell "Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin" und hat die Berlinale auch inhaltlich stark geprägt. Vorher war der "begnadete PR-Mann", so die Zeitung "Die Welt" 2001, Chef der Filmstiftung NRW in Düsseldorf. Unter seiner Berlinale-Ägide entstanden die "Perspektive Deutsches Kino", die Einführung des Nachwuchsforums "Talent Campus" und andere inhaltliche Schwerpunktreihen.

Deutschland 67. Berlinale - Eröffnung Maggie Gyllenhaal und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (picture alliance/dpa/AA/M. Gambarini)

Berlinale Chef auf dem Roten Teppich, hier 2017 mit Schauspielerin Maggie Gyllenhaal

Durch die Forderungen der Regisseure gerät Kosslick bereits für die kommende Berlinale 2018 stark unter Druck. "Ziel muss es sein, eine herausragende kuratorische Persönlichkeit zu finden, die für das Kino brennt, weltweit bestens besetzt und in der Lage ist, das Festival auf Augenhöhe mit Cannes und Venedig in die Zukunft zu führen", so die Filmemacher in ihrem ambitionierten Forderungsschreiben. Zu den Unterzeichnern gehören auch Andreas Dresen, Caroline Link, Simon Verhoeven und Rosa von Praunheim.

hm/pg (KNA/afp/dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema

DW KINO-Moderatoren Hans Christoph von Bock & Scott Roxborough (DW/S. Bartlick)

Dossier KINO Favoriten: Die Besten des deutschen Films

Was sind die besten Dramen, die lustigsten Komödien, die Top-Schauspielerinnen und die größten Leinwandhelden? In der Serie "KINO Favoriten" präsentiert das DW-Filmmagazin seine ganz persönliche Auswahl.