1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nationalmannschaft

Stammspieler kehren zurück, Werner fehlt

Die Personallage bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft entspannt sich langsam. Dennoch muss Bundestrainer Löw im WM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Aserbaidschan auf eines seiner größten Sturmtalente verzichten.

Die gute Nachricht vorweg: Mit Mesut Özil und Mario Gomez konnten am Donnerstag wieder zwei Stammkräfte ins Training einsteigen. Auch Sami Khedira konnte zumindest wieder ein reduziertes Programm absolvieren und soll heute wieder voll belastbar sein. Auch Julian Draxler ist fast wieder bei 100 Prozent – der Bundestrainer rechnet "gegen Ende der Woche" mit ihm.

Fehlen wird dagegen der Leipziger Timo Werner, der beim Test gegen England einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitt. Überhaupt erlebte Werner bei seinem Nationalelf-Debut einen rabenschwarzen Abend: Keine Torchance, kaum eine gelungene Aktion - und dann verließ der erste deutsche Fußball-Nationalspieler von Bundesliga-Neuling RB Leipzig das Dortmunder Stadion nach Mitternacht auch noch humpelnd. Am Donnerstag folgte die bittere Diagnose. Der 21 Jahre alte Angreifer hat beim 1:0 gegen England einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten. Er verpasst damit nicht nur seine erste Reise mit der Nationalmannschaft nach Baku zum WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan.

Er dürfte auch seinem Verein beim Kampf um einen Champions-League-Platz erst einmal nicht zur Verfügung stehen. "Das ist natürlich eine Katastrophe, wenn man so einen Spieler in der jetzigen Phase verliert", sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. Werner wird zumindest für die kommenden Partien gegen Darmstadt, in Mainz und gegen Bayer Leverkusen ausfallen. "In der Englischen Woche ist Timo raus", bestätigte Hasenhüttl.

Deutschland FC Ingolstadt 04 - RB Leipzig Ralph Hasenhüttl (picture alliance/dpa/A. Weigel)

"Ausfall von Timo ist eine Katastrophe": RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl

Das Statement des Spielers folgte prompt: "Es war ein tolles erstes Spiel und hat mir großen Spaß gemacht, ich hoffe, noch oft wiederkommen zu dürfen". Das darf er wohl. Denn alle, die sich nach dem Debüt über ihn äußerten, taten das lobend - wegen Werners Zukunftsperspektiven. "Er hat seine Schnelligkeit gezeigt, er geht in die Räume", sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der Werner einiges zutraut: "Wenn er in einer eingespielten Mannschaft ist, werden auch mehr Chancen kommen." Schließlich stellt Werner, mit 14 Toren derzeit bester deutscher Schütze in der Bundesliga, sein Talent und sein Können in Leipzig ständig unter Beweis. "Er spielt eine sehr gute Runde", sagte Toni Kroos, der ihn selbst von Spanien aus beobachtet. 

"Er ist explosiv, er will dazulernen. Er bringt viele Qualitäten mit. Wir haben nicht so viele, die dieses Tempo mitbringen. Ich glaube, dass er auch zukünftig hier dabei sein wird. Ich haben einen guten Eindruck von ihm", sagte der Weltmeister von Real Madrid. Joachim Löw bescheinigte dem 87. Neuling in seiner Amtszeit, bis zur Auswechselung in der 77. Spielminute "wahnsinnig viel gelaufen" zu sein. "Man merkt, dass er in der Defensive schon gut geschult ist, im Anlaufen. Er hat lange Wege gemacht. Insgesamt hat er sehr engagiert gespielt", kommentierte der Bundestrainer wohlwollend.

Es wird nicht leicht werden für die Jungen wie Werner (21), den Leverkusener Julian Brandt (20) oder England-Legionär Leroy Sané (21), an die großen Stürmerkarrieren eines Lukas Podolski oder Miroslav Klose anzuknüpfen. "Es sind sehr große Fußstapfen", sagte Sané: "Keiner von uns jungen Spielern macht sich da einen Druck. Wir versuchen, unser Bestes zu geben, wenn wir hier sind." Ein missglücktes Debüt muss auch nichts heißen für die Zukunft. Jérôme Boateng etwa sah in seinem ersten Länderspiel 2009 beim 1:0 in Moskau gegen Russland in der WM-Qualifikation wegen wiederholten Foulspiels sogar die Gelb-Rote Karte. Heute ist Boateng Abwehrchef, Weltmeister und Deutschlands "Fußballer des Jahres".

jhr (sid, dpa)

Die Redaktion empfiehlt