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Ermittlungen zu russischem Flugzeugabsturz

Staatstrauer nach Flugzeugabsturz in Russland

Russland trauert um die 92 Menschen, die in der Tupolew Tu-154 saßen, die am Sonntag über dem Schwarzen Meer abgestürzt war. Unter den Opfern sind 64 Mitglieder des Alexandrow-Armeechors. War es ein Unfall?

Russland Flugzeugabsturz über dem Schwarzen Meer bei Sotschi (Getty Images/AFP/A. Utkin)

Eine trauernde Russin vor dem Gebäude des Alexandrow-Ensembles in Moskau

Russlands Präsident Wladimir Putin hat für diesen Montag Staatstrauer angeordnet. Im Fernsehen kündigte der Kreml-Chef zudem eine "sorgfältige Untersuchung" zur Ursache des Absturzes an. Es werde "alles getan", um den Angehörigen der Verstorbenen zu helfen, versprach er weiter. Zuvor hatte Putin die Regierung beauftragt, eine Ermittlungskommission einzurichten. Verkehrsminister Maxim Sokolow leitet das Gremium. Nicht genannte Behördenvertreter sprachen von möglichen technischen Problemen im Steigflug. Experten gehen routinemäßig aber auch dem Verdacht eines Anschlags nach.

Unglücksmaschine war 33 Jahre alt

Die russische Tupolew kam aus Moskau und hatte auf ihrem Flug nach Syrien in Sotschi am Schwarzen Meer eine Zwischenlandung eingelegt. Zwei Minuten nach dem Start dort riss der Kontakt zu den Piloten ab. Sie setzten kein Notsignal ab. Laut dem Verteidigungsministerium war die Passagiermaschine seit 1983 im Einsatz. Zuletzt überprüft wurde das Flugzeug demnach im September.

Russland Flugzeugabsturz über dem Schwarzen Meer bei Sotschi (Reuters/M. Shemetov)

Die Suche nach den Flugschreibern läuft auf Hochtouren

An den Such- und Bergungsarabeiten beteiligen sich mehr als 3000 Helfer mit 27 Schiffen und Booten. Außerdem sind Hubschrauber und Drohnen im Einsatz. Bislang wurden zwölf Leichen geborgen. Die Helfer sichteten Trümmerteile etwa 1,5 Kilometer von der Küste entfernt in 50 bis 70 Meter Tiefe. Die Flugschreiber wurden nach Angaben von Verkehrsminister Sokolow noch nicht geortet.

Konzert in Aleppo geplant?

An Bord der Maschine waren 84 Passagiere und acht Crewmitglieder. Die ums Leben gekommenen Mitglieder des Alexandrow-Chors und ihr Stardirigent Waleri Chalilow sollten bei den Neujahrsfeiern auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt im Hmeimim bei Latakia im Westen Syriens auftreten. In russischen Medien wurde gemutmaßt, dass der Chor auch ein Konzert in Aleppo geplant haben könnte. Eine zweite Maschine mit weiteren Musikern sei planmäßig in Hmaimim gelandet, berichtete die Zeitung "Nowaja Gaseta".

Russland Flugzeugabsturz über dem Schwarzen Meer bei Sotschi (Getty Images/AFP/A. Utkin)

Russland trauert auch um Stardirigent Waleri Chalilow

Das Ensemble, auch bekannt als Chor der Roten Armee, gilt als kulturelles Aushängeschild Russlands. Der Gruppe gehören insgesamt etwa 200 Sänger, Musiker und Tänzer an. Gegründet wurde der traditionsreiche Chor 1928 von dem General und Komponisten Alexander Alexandrow, der ihm seinen Namen gab. Alexandrow komponierte auch die Hymne der Sowjetunion, die von Putin dann zur russischen Nationalhymne erklärt worden war.

Der Vorsitzende des Außenausschusses im Parlament in Moskau, Leonid Sluzki, machte deutlich, die Tragödie werde nichts am russischen Verhältnis zu Syrien ändern. "Die Beziehungen zur Führung in Damaskus sind und bleiben sehr eng, auch im Rahmen der gemeinsamen Operation, den internationalen Terror aus Syrien zu vertreiben", sagte er. Russland unterstützt im Syrien-Krieg seit Herbst 2015 aktiv die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad.

se/qu (afp, dpa)

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