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Kultur

Spritze gegen Strahlung

US-Forscher haben einen Wirkstoff gefunden, der vor Schäden durch radioaktive Strahlung schützt. Dies könnte in der Strahlentherapie von Krebspatienten helfen – und möglicherweise zum Schutz vor schmutzigen Atombomben.

Mann liegt unter einem medizinischen Gerät in der Form eines von oben herabhängenden Zylinders. Im Hintergrund zwei Personen in weißen Kitteln (Quelle: dpa)

Kann die Substanz vor den Nebenwirkungen der Strahlentherapie schützen?

Zerstörte Kraftwerksanlage aus Luftansicht (Quelle: AP)

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Andrei Gudkov vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo (US-Staat New York) und seine Mitarbeiter hatten den Wirkstoff namens CBLB502 aus dem Eiweiß eines Bakteriums gewonnen und zunächst an Mäusen getestet. 87 Prozent der Versuchstiere, die den Wirkstoff 30 Minuten vor einer Bestrahlung verabreicht bekamen, überlebten eine normalerweise tödliche Strahlendosis. Bei bisher getesteten Schutzwirkstoffen lag die Rate nur bei 54 Prozent.

Der Wirkstoff könne zu einem Medikament weiterentwickelt werden, das Krebspatienten vor den Nebenwirkungen einer Strahlenbehandlung bewahrt, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Science". Er eigne sich aber möglicherweise auch, um bei Unglücken in Atomkraftwerken oder bei anderen Strahlungsnotfällen wie denkbaren Anschlägen mit sogenannten schmutzigen Atombomben Menschen vor den Folgeschäden zu bewahren.

Wirkstoff verhindert Zelltod

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Weitere Untersuchungen zeigten, dass CBLB502 vor allem das Knochenmark und den Verdauungstrakt vor Strahlungsschäden schützt. Das sind die beiden Körperregionen, die für Strahlung besonders anfällig sind. Ihre Zerstörung ist für den Großteil der Nebenwirkungen bei einer Krebsstrahlentherapie verantwortlich. Der Wirkstoff sorgt über mehrere Zwischenschritte unter anderem dafür, dass der sogenannte programmierte Selbstmord der Zellen verhindert wird, berichten die Wissenschaftler weiter. Dieses Programm führt normalerweise nach einer Bestrahlung zu einem massiven Absterben der Zellen und damit zu schweren Schäden an Geweben und Organen.

Die Verhinderung des programmierten Zelltodes birgt allerdings das Risiko, dass bereits defekte Zellen ebenfalls nicht mehr absterben und sich so im weiteren Verlauf zu Krebszellen wandeln. Dafür fanden die Forscher in ihren Experimenten allerdings keinen Hinweis. Offenkundige Nebenwirkungen des neuen Wirkstoffs gibt es auch nicht.

Krebszellen bleiben ungeschützt

Wie die Forscher zeigten, schützt der Wirkstoff lediglich gesunde Zellen vor der Strahlung, Tumorzellen hingegen wurden durch die Strahlung zerstört. Dies bestätige das Potenzial des Wirkstoffs für die Krebstherapie. Bei hohen Strahlungsdosen entfaltete CBLB502 seine schützende Wirkung nur, wenn er den Tieren vor der Bestrahlung gespritzt wurde. Bei geringerer Strahlendosis wirkte er auch, wenn er bis zu einer Stunde nach der Bestrahlung verabreicht wurde. (rri)

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