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Welt

Spermaspuren an Kleidung des Opfers

DNA-Untersuchungen haben bestätigt, dass es zwischen dem Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn und dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer sexuellen Kontakt gab. Das sei jedoch kein Beweis für Anwendung von Gewalt, kontern Experten.

Chemiker bei einer DNA-Analyse (Foto: AP)

DNA-Untersuchungen bringen Strauss-Kahn weiter in Bedrängnis (Archivbild)

DNA-Proben des wegen versuchter Vergewaltigung angeklagten Ex-IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn stimmen Medienberichten zufolge mit Spermaspuren an der Kleidung des mutmaßlichen Opfers überein. Das sickerte laut französischen und US-Medien am Montag (23.05.2011) aus Ermittlerkreisen durch.

Das Sperma von Strauss-Kahn wurde laut "Wall Street Journal" und "France 2" am Kragen der Bluse des New Yorker Zimmermädchens nachgewiesen, das ihm einen sexuellen Angriff vorwirft. Auch weitere Medien berichteten von einer Übereinstimmung zwischen Spuren an der Kleidung der Angestellten und der DNA des 62-Jährigen.

Dem Sender "France 2" zufolge sollten auch Spuren auf dem Teppich der Hotelsuite und aus dem Badezimmer überprüft werden, wo die Frau nach mutmaßlich erzwungenem Oralsex das Sperma ausgespuckt haben soll. Die Ergebnisse wurden noch nicht offiziell veröffentlicht. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich zu den Berichten zunächst nicht äußern.

Kein Beweis für Vergewaltigung

Porträt von Strauss-Kahn (Foto: AP)

Strauss-Kahn setzt wohl auf 'einvernehmlichen Sex'

Experten betonten, dass eine Übereinstimmung von Spuren und den DNA-Proben zwar ein Beleg für einen sexuellen Akt, aber nicht für die Anwendung von Gewalt sei. Das Zimmermädchen bestreitet jedoch einvernehmlichen Sex. Die 32-Jährige wirft Strauss-Kahn vor, sie sexuell bedrängt und zum Oralsex gezwungen zu haben.

Nach wie vor weist Strauss-Kahn sämtliche Vorwürfe zurück. "Ich bestreite die Anschuldigungen, denen ich mich gegenübersehe, in der schärfsten Form. Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommt und ich entlastet werde", schrieb der zurückgetretene IWF-Chef in einer E-Mail an seine ehemaligen Mitarbeiter. Die Anklage sei ein "persönlicher Albtraum". Er empfinde "tiefe Traurigkeit und Frustration" über seinen Rücktritt. Dieser Schritt sei aber unvermeidbar gewesen, um der Organisation Schaden zu ersparen.

Strauss-Kahn ließ offenbar nichts anbrennen

Sofitel-Hotel in New York mit Polzeiwagen (Foto: AP)

Angestellte des Sofitel-Hotels berichten von zweideutigen Angeboten

Laut Medienberichten haben weitere Angestellte bei der Vernehmung durch die Behörden von Avancen Strauss-Kahns berichtet. So habe der Franzose unter anderem mit einer Angestellten des Hotels geflirtet, die ihn nach dem Einchecken auf seine Suite begleitete, um sicher zu gehen, dass alles zufriedenstellend war. Später soll Strauss-Kahn am Empfang angerufen haben und die Rezeptionistin gefragt haben, ob sie Lust habe, ihm nach Dienstschluss Gesellschaft zu leisten. Die Rezeptionistin habe abgelehnt, und gesagt, ihr sei der private Umgang mit VIP-Gästen verboten.

Strauss-Kahn weiter unter Hausarrest

Strauss-Kahns Anwalt Benjamin Brafman vor dem Justizgebäude (Foto: AP)

Strauss-Kahns Anwalt Benjamin Brafman ist zuversichtlich

Strauss-Kahn steht nach Zahlung einer Kaution derzeit unter strengen Auflagen unter Hausarrest. Allerdings muss er das Apartment in Manhatten, in dem er sich derzeit aufhält, demnächst verlassen. Das kündigte die Hausverwaltung nach Protesten der Bewohner an. Strauss-Kahns Frau, die bekannte französische Fernsehjournalistin Anne Sinclair, fand zwar zunächst eine neue Wohnung in New York. Aber auch dort war Strauss-Kahns Anwesenheit nicht erwünscht.

Strauss-Kahn muss am 6. Juni das nächste Mal vor Gericht erscheinen. Dann muss er erklären, ob er auf schuldig oder nicht-schuldig plädiert. Sein Anwalt Benjamin Brafman sagte am Montag, er sei sicher, dass sein Mandant freikommen werde.

Autorin: Annamaria Sigrist (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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