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Deutschland

Spendenflut nach Hochwasser

Ob Flohmarkt oder Konzert: Auch kleine Aktionen laufen, um Spenden für die Flutopfer zu sammeln. Das Geld fließt oft direkt an kleine Gemeinden in den deutschen Hochwasserregionen.

Langsam hat sich das Hochwasser aus den meisten sächsischen Städten zurückgezogen. Was zurückbleibt ist brauner Schlamm, nasse Häuser und aufgeweichte Möbel. Für die Bewohner nicht nur seelisch eine große Belastung, sondern auch finanziell. Ein Grund: In der Nähe von Flüssen können sich die Anwohner oft nicht gegen Hochwasserschäden versichern. Den Versicherungsunternehmen ist das Risiko zu hoch.

Für den jetzt nötigen Wiederaufbau fehlt Vielen daher das Geld. Deshalb sammeln bereits große Organisationen wie die Caritas, das Rote Kreuz oder Städte Spenden für die Betroffenen. Daneben versuchen engagierte Helfer mit kleinen Aktionen die Opfer direkt zu unterstützen.

Schüler helfen mit wenig Geld

Der Schüler Paul Grauwinkel gehört zu den Unterstützern. Ihn haben die Bilder der überschwemmten sächsischen Stadt Pegau südlich von Leipzig beeindruckt. Spontan versucht er nun an seiner Schule in Markkleeberg, das gerade einmal 20 Kilometer von Pegau entfernt liegt, Hilfe zu organisieren. Mit einem Flohmarkt und einem Konzert will er hier die Spendenkasse füllen. "Jugendliche haben wenig Geld meistens und so kann man aktiv etwas machen ohne das man Geld geben muss," sagt Grauwinkel und ist überzeugt, dass seine Spendenaktion funktionieren wird.

Aufräumarbeiten in Grimma - Foto Hendrik Schmidt (dpa)

Aufräumarbeiten in Grimma: Schäden oftmals nicht versichert

Doch bis alles steht, muss er noch viel organisieren. So versucht er, kleine Unternehmen aber auch große Einrichtungen wie den Leipziger Zoo zu überzeugen für seinen Flohmarkt und die Tombola Preise zur Verfügung zu stellen. Unterstützt wird er dabei von den Eltern, Schülern und der Schule, die die Räume dafür zur Verfügung stellt. "Wir wollen den Leuten helfen. Zwei- bis dreitausend Euro sollen an die Stadt Pegau fließen.“ Das ist das Ziel von Paul Grauwinkel. Kleinere Orte wie Pegau würden oft übersehen, meint er, und so soll das Geld soll direkt an die Stadt gehen.

Spontanes Benefizkonzert

Die "Blue Note Jazz Band" aus den USA sollte eigentlich im Volkshaus mitten in der Stadt Pegau spielen. Doch an ein Konzert ist wegen der Hochwasserschäden in der Stadt nicht zu denken. Anstatt das Konzert abzusagen, werden die jungen Männer aus Connecticut jetzt in einem Leipziger Einkaufszentrum einen Benefizabend geben. Motto: "Playing for Pegau". "Das war für uns eine spontane Sache aber auch eine Ehrensache", sagt Katharina Korn vom Centermanagement der Höfe am Brühl.

Für sie ist klar, dass auch ihr Einkaufzentrum helfen muss. "Gerade Spendensammeln machen viele. Wir möchten aber eine konkrete Organisation ansprechen.“ Damit meint Korn, dass die Spendengelder von diesem Abend direkt an die Stadt Pegau gehen. Die Gemeinde soll selbst entscheiden, wo das Geld am nötigsten gebraucht wird.

Erfahrungen im Spendensammeln

Der Oberbürgermeister von Grimma (Sachsen), Matthias Berger - Foto: Hendrik Schmidt (dpa)

Oberbürgermeister Berger: "Spendengelder gerecht verteilen"

Bereits Erfahrungen mit dem Sammeln von Spenden hat die Stadt Grimma. Sie hatte es beim Hochwasser 2002 in Sachsen am schwersten getroffen. Ganze Straßenzüge wurden damals vom Hochwasser zerstört. Mittlerweile findet sich auch auf der Internetseite der Stadt Grimma wieder ein Spendenaufruf für die Flutopfer in diesem Jahr. "Nutzt das städtische Konto. Ich verspreche, dass das Geld beim Bürger ankommt.“ fordert Oberbürgermeister Matthias Berger die Spender auf und versucht so das Spendengeld diesmal möglichst gerecht zu verteilen.

Nach dem Hochwasser 2002 war das oft schwer, erinnert sich der Oberbürgermeister. "Es macht keinen Sinn dem Kindergarten drei Millionen Euro zu geben und daneben die Leute haben kein Geld für eine Schaufel." Diesmal soll es besser laufen und so wirbt Berger weiter um Spenden für seine Stadt. Aber nicht nur Geld ist in den Tagen nach dem Hochwasser wichtig. "Da ist ein stiller Händedruck und ein gutes Wort vielleicht wichtiger als dort 100 Euro zu überweisen", sagt Berger aus Erfahrung mit dem vergangen Hochwasser.

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