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Deutschland

SPD-Chef Martin Schulz: Gekommen, um zu bleiben

Die SPD ist bekannt dafür, mit Spitzenpersonal nicht gerade glimpflich umzugehen. Vielleicht macht der relativ neue Parteichef Schulz deshalb schon jetzt klar, dass er auch bei einer Wahlniederlage nicht weichen will.

Was die Partei möchte, ist noch nicht gewiss - aber SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will auch im Fall einer Niederlage bei der Bundestagswahl im September SPD-Vorsitzender bleiben. "Ich werde mich auf dem nächsten Parteitag natürlich um eine Wiederwahl bewerben", kündigte Schulz bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland in Berlin an. Die SPD könne "längere Rhythmen" in der Amtszeit ihrer Vorsitzenden ganz gut gebrauchen, fügte er hinzu.

Vom Einzug in das Bundeskanzleramt war weniger die Rede, aber dem nächsten Bundestag will der SPD-Politiker unabhängig vom Gesamtergebnis angehören, sofern er gewählt wird: "Es wäre doch unlogisch, dieses Mandat nicht anzunehmen", sagte Schulz.

Auf Tour im Osten

Der Kanzlerkandidat bricht nun zu einer Wahlkampftour durch Ostdeutschland auf. Auf dem Programm stehen Termine in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Knapp sieben Wochen vor der Bundestagswahl liegen Schulz und die SPD in Umfragen deutlich hinter der Union mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück. Doch die Sozialdemokraten setzen darauf, dass viele Wähler noch unentschieden sind. Mit einer Vielzahl von Auftritten in Deutschland hofft Schulz, die politische Stimmung zu seinen Gunsten zu drehen. Die Vorgänge in Niedersachsen, wo die rot-grüne Koalition nach dem Wechsel der bisherigen Grünen-Abgeordneten Elke Twesten zur CDU ihre Mehrheit verlor, sorgten in den vergangenen Tagen nicht gerade für Rückenwind.

Unterdessen hat die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann Schulz aufgefordert, vor der Bundestagswahl eine Neuauflage der großen Koalition auszuschließen. "Ich will einen Politikwechsel und würde mir vorab ein klares Nein zur großen Koalition wünschen", sagte Uekermann der Tageszeitung "Die Welt". Man habe gesehen, dass alle Gemeinsamkeiten mit der Union aufgebraucht seien. Die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation hatte sich mit dem Vorgänger von Martin Schulz, dem heutigen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, immer wieder heftige Auseinandersetzungen geliefert.

ml/myk (afp, dpa, rtr)