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Wirtschaft

Sparkasse als Entwicklungshelfer

Seit 200 Jahren gibt es Sparkassen in Deutschland. Ihre Besonderheit: Sie tragen ein soziales Mandat. Inzwischen ist das Modell Sparkasse ein Exportschlager geworden und bietet Entwicklungshilfe in Geldsachen.

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Wissenstransfer für Geldfragen

Ein funktionierendes Finanzsystem spielt eine große Rolle, wenn sich eine Volkswirtschaft entwickeln soll. In den meisten Entwicklungsländern gibt es neben den international operierenden Geschäftsbanken zwar nationale Kreditinstitute, aber die haben häufig nicht viel Interesse daran, mit kleinen Beträgen beispielsweise einem Handwerker zu helfen, ein eigenes Geschäft aufzubauen. Das ist wenig profitabel.

Seit 1992 hilft die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation mit Sitz in Bonn als Consulting-Einheit der Sparkassen-Finanzgruppe, kleinere Geldinstitute in Entwicklungs- und Schwellenländern aufzubauen.

Testfall Ostdeutschland

Schon kurze Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung war die Sparkassenstiftung in Ostdeutschland tätig. Da galt es, so rasch wie möglich funktionierende Finanzsstrukturen aufzubauen. Das Modell Sparkasse galt als Vorbild und aus den Filialen in den alten Bundesländern wurden zahlreiche Experten in die neuen Ländern entsandt, um dort mit ihrem Wissen zu helfen.

Das Geschehen wurde damals interessiert beobachtet von den Ländern, die einst zur ehemaligen Sowjetunion gehörten. Auch die Ukraine, Moldawien, Kasachstan und Russland wollten kleinere Finanzstrukturen aufbauen, damit breite Bevölkerungsschichten an der Entwicklung teilhaben konnten. Inzwischen sei die "Aufbauarbeit, die wir für Mittel- und Osteuropa in den 1990er-Jahren gemacht haben, mehr oder weniger abgeschlossen", resümiert der Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, Peter Langkamp.

Partner gesucht

In 45 Ländern hat die Sparkassenstiftung bereits mehr als 80 Projekte betreut. Sie verfügt über ein Stiftungskapital und wird von mehr als 300 Sparkassen, von den Landesbanken und Bausparkassen finanziell unterstützt. Denn, so will es der Gesetzgeber: Öffentlich-rechtliche Institute wie die Sparkassen-Finanzgruppe haben die Auflage, ihre Überschüsse zum Zwecke des Gemeinwohls einzusetzen. Die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation tut dies als einzige der über 570 Sparkassen-Stiftungen über Bundesgrenzen hinaus.

Zwei bis drei Jahre kann ein Einsatz von Experten vor Ort schon einmal dauern. Dann werden Manager geschult, die Informationstechnologie aufgebaut oder nach internationalen Banken gesucht, die wiederum bereit sind, den lokalen Partnern Kredite zu gewähren. Denn ohne Partner läuft nichts.

Gesucht sind Partner, die eine gewisse Flächendeckung mit ihrem Filialnetz haben, zum Beispiel so genannte Postsparkassen. "Unser Anliegen ist es, diese Postsparkassen und deren Infrastruktur zu nehmen und sie weiter zu entwickeln zu so genannten Universalbanken." Diese können dann auch Mikrokredite anbieten und Dienstleistungen übernehmen.

Auch Hilfe in der Not

Für den Wiederaufbau der Flutgebiete in Südasien habe die Sparkassen-Finanzgruppe Kredite von mindestens 100 Millionen Euro bereit gestellt, berichtet Langkamp. Aus einem speziellen Fonds sollen örtliche Institute Kredite auch an kleine Betriebe vergeben. Kreditnehmer können aber auch Menschen sein, die ihr ganzes Vermögen verloren haben und deshalb unter normalen Umständen kaum die Chance haben, finanziell unterstützt zu werden.

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  • Datum 09.02.2005
  • Autorin/Autor Monika Lohmüller
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  • Permalink http://p.dw.com/p/6DXN
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