1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Spannungen zwischen dem Kreml und der NATO

Im Ukraine-Konflikt nehmen die Spannungen zwischen Russland und dem Westen zu. Moskau wirft der NATO eine "antirussische Kampagne" vor. In der Ostukraine gehen die Kämpfe derweil mit unverminderter Härte weiter.

Inmitten steigender Spannungen im Ukraine-Konflikt hat Russland die Dauerpräsenz von Kriegsschiffen aus NATO-Staaten im Schwarzen Meer scharf kritisiert. Dies verstoße nicht nur gegen internationale Abkommen, sagte Russlands NATO-Botschafter Alexander Gruschko. Die Schiffe trügen auch nicht zur Deeskalation bei. "Es ist klar, dass es für solche Schiffe nicht an Aufmerksamkeit seitens der russischen Marine und Luftstreitkräfte mangeln wird", sagte Gruschko. Die "antirussische Kampagne" der NATO führe das Bündnis erneut in die Sackgasse des Kalten Krieges.

Drohungen aus Moskau

Gruschko kritisierte zudem den

Besuch von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag in Kiew

scharf. Anstatt sich besorgt über die Opfer und die Flüchtlingswelle in der Ostukraine zu zeigen heize das Bündnis den Konflikt mit Aufrufen an, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen an. "Russland wird auf alle Handlungen für eine weitere Annäherung des militärischen NATO-Potenzials an seiner Flanke eine Antwort finden", sagte Gruschko. Moskau wirft dem westlichen Militärbündnis vor, den Ukraine-Konflikt für die eigene Daseinsberechtigung zu missbrauchen - wie andere Konflikte etwa im Norden Afrikas und im Nahen Osten.

Kremlchef Wladimir Putin beriet in einer Sondersitzung mit dem russischen Sicherheitsrat über die Lage in der Ukraine. Ergebnisse des Treffens würden später bekanntgegeben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Westliche Strafmaßnahmen gegen Russland und Gegensanktionen Moskaus hatten

die Krise zuletzt weiter angeheizt.

Tote und Verletzte in Donezk und Luhansk

Die Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten gingen unterdessen mit unverminderter Härte weiter. Innerhalb von 24 Stunden seien mindestens 15 Soldaten getötet und 79 verletzt worden, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew. "In allen Teilen der Stadt waren Detonationen zu hören", teilte die Stadtverwaltung von Donezk mit. In einigen Vierteln war den Angaben zufolge die Gasversorgung unterbrochen. Die Rebellen schossen zudem nach Angaben der ukrainischen Armee einen Kampfhubschrauber nahe des Flughafens von Luhansk ab. Die drei verletzten Besatzungsmitglieder seien in ein Krankenhaus unter Kontrolle der Regierungstruppen gebracht worden, hieß es.

Führungswechsel bei den Rebellen

Porträt von Rebellenführer in Donezk, Alexander Sachartschenko (Foto: AP)

Der neue Anführer der Rebellen in Donezk: Alexander Sachartschenko

Nach Informationen der Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ostukraine wurde beim Beschuss von zwei Wohnhäusern und einem Krankenhaus im Zentrum von Donezk zudem mindestens ein Mensch getötet. Ein weiterer wurde verletzt. An der Spitze der selbst ernannten Volksrepublik Donezk gab es einen Wechsel. Ihr Anführer Alexander Borodaj trat zurück, wie russische Medien berichteten. Ihn ersetzt der gebürtige Donezker Alexander Sachartschenko von der nationalistischen Bewegung Oplot (Bollwerk). Borodaj sagte der russischen Staatsagentur Ria Nowosti, er sei als Krisenmanager gekommen, nun werde er als Berater in Donezk bleiben.

cr/gri (dpa, afp)