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Fußball

Spanien und die Niederlande feiern ihre Helden

Spanien und die Niederlande haben die WM-Helden von Südafrika geehrt. Während die deutschen Spieler in den Urlaub gereist sind, denkt Bundestrainer Joachim Löw über seine Zukunft nach.

Spanische Militärjets überfliegen die Fans in Madrid und hinterlassen am Himmel Rauchfahnen in den Nationalfarben (Foto: AP)

Bunt und machtvoll: Spanischer Freudentaumel in Madrid

Spanien hat die Weltmeister von Südafrika gefeiert: Nach dem historischen WM-Sieg bereiteten bis zu 2,5 Millionen Menschen der Nationalmannschaft in Madrid einen begeisterten Empfang. Allein zur großen Abschlussparty versammelte sich etwa 300.000 Fans nahe dem Stadtpark Casa de Campo. Stürmer Andrés Iniesta, der in der Verlängerung des Finales das 1:0 gegen die Niederlande geschossen hatte, trat mit einem Plüsch-Tintenfisch auf die Bühne. "Ihm haben wir den Sieg zu verdanken", scherzte er in Anspielung auf das deutsche Orakel Paul.

Triumphzug der spanischen Weltmeister-Mannschaft durch die Hauptstadt Madrid (Foto: AP)

Triumphzug der spanischen Weltmeister-Mannschaft durch die Hauptstadt Madrid

Zuvor war das Team fast vier Stunden lang bei gut 40 Grad Celsius in einem offenen Doppeldeckerbus durch das Zentrum der Stadt gefahren. Hunderttausende Anhänger säumten die Straßen. Nach ihrer Ankunft in Madrid war "La Roja" (die Rote) zunächst von König Juan Carlos empfangen worden. "Ihr habt das ganze Land begeistert und unsere kühnsten Träume wahr werden lassen", sagte der 72-jährige Monarch. Die "selección" habe zudem Spanien geeint und Sportlichkeit sowie Teamgeist bewiesen.

Ritterschlag in Den Haag

Niederländische Fans (Foto: dpa)

Für das Original der WM-Pokals hat es nur knapp nicht gereicht

Auch die Niederlande bereiteten der Nationalmannschaft einen großen Empfang. Trainer Bert van Marwijk erhielt im Regierungssitz Catshuis in Den Haag für den zweiten WM-Platz die Würdigung "Ritter des Ordens von Oranje Nassau". Auch Kapitän Giovanni van Bronckhorst, der nach 106 Spielen für die Elftal seine internationale Karriere beendet, wurde zum Ritter geschlagen. "Ihr habt den Niederländern viel Freude bereitet. Bitte lasst uns nicht noch mal 32 Jahre warten", sagte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende. "Der Tag hilft bei der Verarbeitung der Niederlage. Ich habe aber immer noch das Gefühl, dass wir die WM verloren haben und nicht, dass wir Zweiter geworden sind", sagte der frühere Dortmunder Bundesliga-Coach van Marwijk. Das Oranje-Team war zum dritten Mal nach 1974 und 1978 in einem WM-Finale gescheitert.

Südafrika erwägt Olympia-Bewerbung

Nach der erfolgreichen Austragung der Fußball-WM bringt sich Südafrika nun als Gastgeber der Olympischen Spiele ins Gespräch. Man denke über eine Bewerbung um die Spiele 2020 oder 2024 nach, sagte der Präsident des südafrikanischen Olympischen Komitees, Gideon Sam. Es wäre das erste Mal, dass die Olympischen Spiele in Afrika ausgetragen würden. IOC-Chef Jacques Rogge hat bereits erklärt, das Internationale Olympische Komitee würde sich über eine Bewerbung aus Südafrika freuen. Die Fußball-WM sei ein "außergewöhnlicher Erfolg" gewesen, sagte er. Der Präsident des Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter, gab den südafrikanischen WM-Machern seine persönliche Bestnote: "Perfektion existiert nirgendwo. Ich würde neun von zehn Punkten geben und damit bekommt man an der Universität ein Summa cum laude", sagte Blatter in Johannesburg. Der Schweizer dankte ausdrücklich den Menschen in Südafrika. "Ihnen gebührt ein großes Kompliment. Wir haben eine wundervolle Gastfreundschaft erlebt", sagte Blatter.

Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft kommen in einer Lufhansa-Maschine vom Typ A380 in Frankfurt am Main an. (Foto: apn)

"Danke" für Platz drei

Die Zahl der Stadion-Besucher bei der WM-Endrunde in Südafrika war die dritthöchste der Geschichte. 3,18 Millionen Menschen verfolgten die 64 Spiele vor Ort, wie die FIFA mitteilte. Das waren 180.000 weniger als bei der Weltmeisterschaft in Deutschland vor vier Jahren, die 3,36 Millionen Fans in die Stadien lockte. Den Besucherrekord hält die Fußball-WM in den USA von 1994 mit 3,59 Millionen Stadiongästen.

Löw denkt über Zukunft nach

Auch die deutsche Elf ist zurück in der Heimat. Doch statt ihren WM-Bronzesieg in aller Öffentlichkeit zu feiern, verabschiedeten sich die Spieler sofort in die Ferien - sehr zum Leidwesen der Fans: Die hätten sich eine Feier mit ihren Idolen gewünscht. Ungewiss ist weiterhin die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw. Der 50-Jährige reiste nach Freiburg, um in seiner Heimat ein paar Tage in Klausur zu gehen. "Ich brauche jetzt ein bisschen Zeit und Ruhe, um meine Gedanken zu ordnen", hatte Löw schon vor dem Rückflug nach Deutschland erklärt. Auch wenn sich Löw in Sachen Vertragsverlängerung nicht unter Druck setzen lassen will - die Zeit drängt. Am 11. August steht in Kopenhagen gegen Dänemark schon das nächste Länderspiel auf dem Programm. Nur drei Wochen später startet die DFB-Auswahl bereits in die Qualifikation zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine gegen Belgien (03.09.2010). Weitere Gegner sind Aserbaidschan, Kasachstan, Österreich und die Türkei.

Inzwischen wurde auch der wahre Weltmeister gekürt: Krake Paul, das WM-Orakel. Der Weltstar aus dem Sea Life Aquarium in Oberhausen erhielt die mehr als verdiente Miniatur-Ausgabe des WM-Pokals, eine Extra-Ration seines Leibgerichts Miesmuscheln. Der Oktopus hatte alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und das WM-Finale richtig getippt.

Autor: Arnulf Boettcher (sid, dpa)
Redaktion: Stefan Nestler

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