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Fußball

Spanien im Traumfinale gegen Brasilien

Der Favorit setzt sich durch: Welt- und Europameister Spanien schlägt Italien und folgt Brasilien in das Finale des Confederations Cups. Die Entscheidung fällt erst im Elfmeterschießen.

Torjubel der spanischen Mannschaft (Foto: Reuters)

Jubelnde Spanier

Dass es so knapp werden würde, damit hatte niemand gerechnet. Im Vorjahr hatte Spanien die Italiener im Finale der Europameisterschaft mit 4:0 abgefertigt. Nun musste das Elfmeterschießen darüber entscheiden, wer das Endspiel in Brasilien erreicht. Nach 120 schweißtreibenden Minuten hatte es 0:0 gestanden. Am Ende setzte sich Spanien mit 7:6 n. E. (0:0) durch. Jesus Navas behielt die Nerven und verwandelte den entscheidenden Elfmeter, nachdem zuvor Leonardo Bonucci den insgesamt 13. Elfmeter verschossen hatte.

Das Finale der Generalprobe für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr findet am Sonntag in Rio de Janeiro im Maracanã-Stadion statt. Brasilien hatte sich am Mittwoch zuvor mit einem 2:1 gegen Uruguay in das Heim-Finale gespielt. Zuletzt war der Titel zweimal an Brasilien gegangen. Spanien, das nun seit 26 Partien ungeschlagen ist, hat den Confederations Cup noch nie gewonnen.

Mäßiges Spiel bei schweißtreibenden Temperaturen

Während Spaniens Trainer Vicente del Bosque keine Änderungen in der Aufstellung vornahm, wechselte sein italienisches Pendant Cesare Prandelli fast die halbe Mannschaft aus: Gleich sechs neue Spieler standen in der Startformation. Schmerzlich vermisst wurde vor allem der verletzte exzentrische Stürmerstar Mario Balotelli. Doch das fiel zunächst gar nicht auf. Vor gut 60.000 Zuschauern im Estádio Castelão in Fortaleza nahm Italien das Heft in die Hand, erspielte sich in der ersten Halbzeit viele Torchancen und überraschte damit die erfolgsverwöhnten Spanier. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 30 Grad setzten den Spielern sichtlich zu. Mit einem für den Welt- und Europameister schmeichelhaften 0:0 ging es in die Pause.

Enttäuschte Italiener beim Halbfinale des Confed-Cups. (Foto: EPA/OLIVER WEIKEN)

Enttäuschte Italiener

Danach verflachte das Spiel, die Squadra Azzurra konnte nicht mehr so viele Chancen herausspielen wie im ersten Durchgang, machte aber weiter ein gutes Spiel. Zum Ende der regulären Spielzeit kamen auch die Spanier einige Male gefährlich vor das Tor von Gianluigi Buffon, doch Tore wollten noch immer nicht fallen. Die Temperaturen raubte allen Beteiligten die Kraft. Den ersten Höhepunkt der Verlängerung gab es in der 93. Minute, als Emanuele Giaccherini den Pfosten traf. Nur zwei Minuten später vergab Gerard Piqué, dessen prominente Freundin Shakira auf der Tribüne die Daumen drückte, aus kurzer Distanz. Keiner der Spieler vermochte es, in 120 Minuten das Tor zu treffen und so ging es für die völlig erschöpften Akteure in das Elfmeterschießen.

Wieder Ausschreitungen in Fortaleza

Proteste in Fortaleza, die Polizei setzt Tränengas ein. (Foto: EPA/FERNANDO BIZERRA JR.)

Rund um das Stadion kam es wieder zu gewaltsamen Protesten.

Wie schon beim Gruppenspiel zwischen Brasilien und Mexiko kam es in der Nähe des Stadions zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen, bei der die Polizei Tränengas und Blendgranaten einsetzte. Sie war von einer Minderheit der rund 6000 Demonstranten mit Steinen und selbstgebastelten Sprengkörpern angegriffen worden. Die Demonstranten stoppten zudem mehrere Busse, die Fans zum Stadien fuhren, und zwangen alle Insassen auszusteigen.

Die Proteste richteten sich erneut gegen die hohen Ausgaben für die WM 2014 in Brasilien und die sozialen Missstände im Land. Gerade im armen Nordosten Brasiliens ist die Lage pikant. In Fortaleza etwa liegt das teure neue Stadion in unmittelbarer Nähe eines Armenviertels.

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