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Fußball

Spanien deckt die Karten auf

Der Europameister wahrt seine Chancen aufs WM-Achtelfinale. Fehlentscheidungen des Schiedsrichters führen zum 0:1 der Schweiz gegen Chile. Portugal gelingt gegen Nordkorea mit 7:0 der höchste Sieg seiner WM-Geschichte.

David Villa (li) erzielt das 2:0 gegen Honduras (Bild: dpa)

David Villa (li) erzielt das 2:0 gegen Honduras

Europameister Spanien hat nach einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Honduras wieder den ersten Weltmeistertitel im Blick. Im Gegensatz zum 0:1 gegen die Schweiz zum Auftakt fanden die Spanier diesmal den Weg zum Tor und kamen folgerichtig zu zwei Treffern durch David Villa in der 17. und 51. Minute.

Die Neuerwerbung des FC Barcelona hätte sogar noch das 3:0 erzielen können, aber nach gut einer Stunde setzte er einen Foulelfmeter rechts neben das Tor. Auch so erhöhte er sein Trefferkonto in der Nationalmannschaft auf 40 Tore. Honduras hatte von Anfang an auf die Devensive gesetzt, fand aber nie ein Mittel gegen die schnellen und kombinationssicheren Angreifer Fernando Torres und David Villa.

Trainer Vicente del Bosque bemängelte nach der Partie nur die mangelnde Chancenverwertung, denn sein Team hätte auch fünf oder sechs Tore erzielen können. Die 54.000 Zuschauer im Ellis Park von Johannesburg bekamen eine unterhaltsame Partie geboten.

Schiedsrichter verpfeift die Schweiz

Was könnte das für eine schöne WM sein - wenn nur diese Schiedsrichter nicht wären! Die Schweizer konnten einem in der Partie gegen Chile schon leid tun angesichts der merkwürdigen Entscheidungen von Khalil Al Ghamdi aus Saudi-Arabien. Zunächst brachte der Unparteiische beide Mannschaften mit seiner kleinlichen Regelauslegung aus dem Konzept. Kaum ein Zweikampf, den er nicht durch einen Pfiff unterbrochen hätte.

Valon Behrami (li) bei seiner vermeintlichen Tätlichkeit gegen Chiles Arturo Vidal (Bild: AP/Hassan Ammar)

Guter Schauspieler: Chiles Vidal (re.) mimt den Sterbenden, als er von Behrami leicht berührt wird

Am Ende standen neun gelbe Karten und eine rote. Die holte sich Valon Behrami nach einem vermeintlichen Ellbogenschlag, der aber nicht mehr war als eine Ausgleichsbewegung in einem ganz normalen Kampf um den Ball. So musste die Schweiz über eine Stunde in Unterzahl agieren.

Matchwinner Gonzalez

Chiles Mark Gonzalez (vorne) feiert sein 1:0 gegen die Schweiz (Foto: AP/Hassan Ammar)

Torschütze des 1:0: Mark Gonzalez (vorne)

Das klappte angesichts des ausgeklügelten Defensivkonzepts von Trainerfuchs Ottmar Hitzfeld bis zur 75. Minute gut, aber dann übersah Al Ghamdi eine knappe Abseitsstellung der Chilenen - Mark Gonzalez profitierte davon und köpfte das Tor des Spiels. Es war das erste WM-Gegentor einer schweizer Mannschaft nach 559 Minuten - ein Weltrekord, über den sich keiner freuen konnte.

In der Schlussphase hätte der Schiedsrichter für Gleichzahl auf dem Platz sorgen müssen, nachdem der Chilene Gary Medel Steve van Bergen ins Gesicht geschlagen hatte, aber Al Ghamdi beließ es diesmal bei einer Verwarnung. Trainer Ottmar Hitzfeld forderte nach der Partie, dass bei einer WM "die besten Schiedsrichter der Welt pfeifen müssten, und nicht Leute, die sonst irgendwo am Strand pfeifen."

In der Gruppe H hat Chile nun sechs Punkte auf dem Konto. Spanien und die Schweiz kommen auf je drei Zähler, Honduras hat mit null Punkten nur noch theoretische Chancen auf das Weiterkommen. Am letzten Spieltag stehen sich am Freitag Chile und Spanien in Pretoria sowie die Schweiz und Honduras in Bloemfontein gegenüber.

Portugal deklassiert Nordkorea

Portugal hat im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe G gegen Nordkorea einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale getan. Vor 60.000 Zuschauern in Kapstadt besiegte das Team um Superstar Cristiano Ronaldo Nordkorea souverän mit 7:0 (1:0). Den Führungstreffer erzielte Mittelfeldspieler Raul Meireles in der 29. Minute. Nach dem Seitenwechsel sorgten Simão (53.), Hugo Almeida (56.), Tiago (60., 89.), Liédson (81.) und Ronaldo (87.) für den bislang höchsten Sieg bei dieser WM. Ronaldo hatte zuvor elf Spiele lang vergeblich auf ein Tor in der Nationalmannschaft gewartet. Die Nordkoreaner wirkten vor allem in der 2. Halbzeit völlig überfordert und leisteten nach dem 2:0 praktisch keine Gegenwehr mehr.

Im bisher einzigen Duell hatten die Asiaten 1966 bei der WM in England im Viertelfinale schon 3:0 geführt, ehe Eusebio das Spiel mit vier Toren noch drehte. 5:3 hieß es am Ende für die Portugiesen. Nordkorea hatte "Revanche" angekündigt und einen Sieg zur nationalen Aufgabe erklärt.

Portugals Raul Meireles (r) trifft gegen Nordkorea zum 1:0 (Foto: AP)

Raul Meireles trifft zum 1:0. Torhüter Ri Myong Guk und Verteidiger Pak Chol Jin sind machtlos.

Bereits am Sonntag hatte Rekordweltmeister Brasilien die Elfenbeinküste mit 3:1 geschlagen und sich für das Achtelfinale qualifiziert. Portugal reicht im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien ein Remis zum Weiterkommen, ist aber angesichts der klaren Tordifferenz gegenüber der Elfenbeinküste so gut wie weiter.

Autor: Tobias Oelmaier

Redaktion: Jens Krepela

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