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Fußball

Brasilien im Achtelfinale

Brasilien lässt keinen Zweifel an seinen Titelambitionen. Dagegen spielt Weltmeister Italien gegen Neuseeland nur 1:1 und setzt die blamablen Auftritte europäischer Spitzenteams fort. Paraguay ist fast im Achtelfinale.

Weltmeister Fabio Cannavaro liegt nach dem Führungstreffer der Neuseeländer auf dem Rasen (Bild: dpa)

Cannavaro: Pasta essen, kein Gras, dann klappt´s auch wieder mit dem Fußball!

Luis Fabiano (in gelb) schießt das 1:0 für Brasilien gegen die Elfenbeinküste. (Bild: AP/Marcio Jose Sanchez)

Luis Fabiano knallt den Ball zum 1:0 unter die Latte

Fast wäre die Partie zwischen Brasilien und der Elfenbeinküste in Johannesburg in einer Massenschlägerei geendet. Nach einem Ellbogencheck von Kaka an Abdelkader Keita jagten sich einige Spieler der beiden Teams über das Feld. Der Schiedsrichter Stephane Lannoy aus Frankreich hatte Mühe, die Situation zu deeskalieren. Am Ende schickte er Kaka mit einer gelb-roten Karte vorzeitig in die Kabine.

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon 3:1 für die Brasilianer, die Unterzahl hatte keine Auswirkungen mehr auf den Ausgang der Begegnung. Kaka hätte eine solche Tätlichkeit überhaupt nicht nötig gehabt, denn der Mittelfeldmann zeigte sich stark verbessert gegenüber seinen letzten Auftritten. In der 25. Minute bereitete er mit einem Spaß in die Spitze das 1:0 durch Luis Fabiano vor. Luis Fabiano war es auch, der in der 51. Minute das 2:0 erzielte. Dieser Treffer hätte aber nicht fallen dürfen, legte sich doch der Torschütze den Ball gleich zweimal mit der Hand vor. In der 62. Minute erhöhte Brasilien durch Elano sogar auf 3:0.

Rohes Spiel der Ivorer

Brasiliens Elano wird nach einem Foul verletzt vom Platz geführt (Bild: AP/Matt Dunham)

Erst getroffen, dann getroffen worden: Brasiliens Elano

Die Elfenbeinküste war dem fünfmaligen Weltmeister fast in allen Belangen unterlegen. Die Ivorer hielten nur mit Härte dagegen. Nach einem brutalen Tritt gegen Elano hätte Ismael Tiote die Rote Karte sehen müssen, aber Schiedsrichter Lannoy beließ es bei einer Verwarnung. Das mag ein Grund gewesen sein für Kakas Ausraster wenige Minuten später.

Bei der Elfenbeinküste kam Superstar Didier Drogba trotz seines Armbruchs vor zwei Wochen zum Einsatz. Man merkte ihm deutlich an, dass ihn die Verletzung behinderte, aber in der 79. Minute bewies der Kapitän dann doch seine Torgefährlichkeit, indem er einen Kopfball sicher um 1:3 verwandelte.

Brasilien steht mit zwei Siegen sicher im Achtelfinale, Platz zwei dürfte sich zwischen der Elfenbeinküste und Portugal entscheiden. Portugal trifft an diesem Montag auf Nordkorea.

Neuseeland blamiert Italien mit einem 1:1

Neuseelands Shane Smeltz feiert sein Tor gegen Italien (Bild: AP/Alessandra Tarantino)

Dem Weltmeister einen eingeschenkt: Shane Smeltz

Das soll der Weltmeister gewesen sein? Italien muss nach einem 1:1 (1:1) gegen Fußballzwerg Neuseeland um das Weiterkommen zittern. Und es hätte fast noch schlimmer kommen können für die Italiener: Der in Göppingen geborene Neuseeländer Shane Smeltz hatte die "Kiwis" nämlich in der 7. Minute sogar in Führung gebracht. Aus Abseitsposition zwar, aber Schiedsrichter Carlos Batres ist in diesem Fall kein Vorwurf zu machen - dass der Ball von seinem Mannschaftkameraden per Kopf verlängert worden war, war ohne Zuhilfenahme der Fernsehzeitlupe nicht zu erkennen.

In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, aber zunächst hielt die Abwehr der Neuseeländer dicht. Erst ein Trikotzupfer von Tommy Smith an Daniele De Rossi und der anschließend von Vincenzo Iaquinta souverän verwandelte Strafstoß führten zum verdienten 1:1-Ausgleich (29.).

Paston nur durch Elfmeter zu bezwingen

Italiens Vincenzo Iaquinta, (nicht im Bild) verwandelt seinen Strafstoß gegen Neuseelands Torwart Mark Paston (Bild: AP/Bernat Armangue)

Nur per Strafstoß zu bezwingen: Mark Paston

Wer jetzt glaubte, dass der Widerstand der Neuseeländer gebrochen war, sah sich getäuscht. Zwar erspielten sich die Italiener eine optische Überlegenheit, zwingende Torchancen aber waren selten. Und wenn doch einmal ein Schuss der Italiener den Weg durch die vielbeinige Abwehr fand, dann war der diesmal vorzügliche Torwart Mark Paston zur Stelle. Gegen Ende der Partie hatten die Außenseiter dann sogar noch die große Chance zum Siegtreffer, aber der erst 18-jährige Chris Wood verfehlte das von Buffon-Stellvertreter Federico Marchette gehütete Tor nur um Zentimeter. Gerecht wäre ein Erfolg der Neuseeländer nicht gewesen. Aber was ist schon gerecht im Fußball? Frag nach beim Weltmeister Italien - der hatte bei der letzten WM in Deutschland das Achtelfinale gegen Australien nur durch einen geschenkten Elfmeter in der Nachspielzeit überstanden. Nun könnte es schon in der Vorrunde eng werden für die Azzurri in Anbetracht von nur zwei Punkten aus zwei Gruppenspielen.

Paraguay schlägt die Slowakei

Paraguay steht unterdessen vor dem Einzug ins Achtelfinale. Nach dem 1:1 zum Turnierauftakt gegen Titelverteidiger Italien bezwangen die Südamerikaner in ihrem zweiten Vorrundenspiel die Slowakei mit 2:0 (1:0). Vor 26.000 Zuschauern im nur halb gefüllten Free-State-Stadion von Bloemfontein setzte Paraguay, das neben Lucas Barrios und Nelson Valdez (beide Borussia Dortmund) auch den früheren Münchner Roque Santa Cruz aufbot, von Anfang an auf die Offensive. Der verdiente Lohn: In der 27. Minute erzielte Mittelfeldspieler Enrique Vera nach einem schönen Zuspiel von Barrios per Außenrist das 1:0. Cristian Riveros sorgte in der 86. Minute für den Endstand.

Paraguays Spieler bejubeln das 1:0 gegen die Slowakei (Foto: AP)

Jubel bei den Spielern aus Paraguay

Die Slowaken verloren den Ball häufig schon in der eigenen Hälfte, zum geplanten Konterspiel kamen sie gar nicht. Im Angriff hatten der Bochumer Stanislav Sestak und der frühere Bundesliga-Profi Robert Vittek kaum gute Szenen.

Durch den Erfolg genügt Paraguay in der abschließenden Partie am kommenden Donnerstag (17.06.2010) in Polokwane gegen Neuseeland bereits ein Unentschieden, um die Runde der letzten 16 zu erreichen. WM-Debütant Slowakei steht im Vorrundenabschluss im Ellis Park von Johannesburg gegen Italien nun unter Siegzwang, um sich eine Chance auf das Achtelfinale zu erhalten.

Skandal um Frankreichs Mannschaft weitet sich aus

Der französische Fußballnationalspieler Nicolas Anelka ärgert sich (Bild: dpa)

Auslöser der Affäre: Frankreichs Skandalfußballer Anelka

Beim krisengeschüttelten Vizeweltmeister Frankreich überschlagen sich in Südafrika die Ereignisse. Das für Sonntagnachmittag in Knysna angesetzte Training der "Bleus" ist nach einem handfesten Streit zwischen Kapitän Patrice Evra und Konditionstrainer Robert Duverne auf Forderung der Spieler abgesagt worden. Coach Raymond Domenech musste die beiden Streithähne trennen, um eine Eskalation zu verhindern. Duverne warf seine Stoppuhr zu Boden und ging verärgert davon. Daraufhin weigerten sich die Spieler der "Équipe Tricolore", das Training zu absolvieren.

"Die Spieler werden sagen, warum sie diese Entscheidung getroffen haben", sagte Delegationsleiter Jean-Louis Valentin. Zu allem Übel gab Valentin bekannt, dass er zurücktreten wird. "Ganz ehrlich, ich verlasse Südafrika und fliege heim nach Paris", sagte er zu Journalisten. Und fügte sichtlich erschüttert hinzu: "Ich bin empört und angewidert, ich gebe meinen Job hier auf. Was hier passiert, ist ein Skandal für den Verband, für die französische Mannschaft und für das gesamte Land. Die wollen nicht trainieren. Das ist inakzeptabel."

Der französische Stürmer Nicolas Anelka war zuvor am Samstag aus dem WM-Kader ausgeschlossen worden, weil er Trainer Domenech in der Halbzeit des Vorrundenspiels gegen Mexiko (0:2) obszön beleidigt hatte. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen steht der Weltmeister von 1998 in der Gruppe A vor dem Aus in der Vorrunde.

Autor: Tobias Oelmaier (mit sid/dpa)

Redaktion: Andreas Ziemons

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