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Aktuell Afrika

Spaltung bei Islamistengruppe im Norden Malis

Während der militärische Druck auf die Islamisten in Nordmali zunimmt, hat sich eine der wichtigsten Extremistengruppen gespalten. Einer der Führer erklärte, er werde eine gemäßigte Organisation bilden und verhandeln.

Die neue Gruppierung nennt sich "Islamische Bewegung für Azawad" (MIA), zu ihrem Führer hat sich Alghabass Ag Intalla erklärt, der sich gegenüber ausländischen Sendern äußerte. Er ist ein einflussreicher Clanchef der Tuareg-Volksgruppe und sagte sich öffentlich von den Al-Kaida-nahen Rebellen der Ansar Dine los.

"Jeder Form von Terrorismus und Extremismus" solle abgeschworen werden, beteuerte Ag Intalla. Er sei für eine Verhandlungslösung in Mali offen. Er war bislang einer der Anführer der islamistischen Ansar Dine, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem nordafrikanischen Al-Kaida-Ableger AQIM den Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Waffenruhe für Verhandlungen?

"Wir wollen unseren Krieg führen und nicht den der AQIM", sagt Ag Intallah in einem Telefonat, das er aus der Stadt Kidal führte, einer Tuareg-Hochburg im Nordosten Malis. "Wir wollen einen Waffenstillstand, damit wir Gespräche über die Lage im Norden führen können". Seine neue Organisation habe bereits Kontakt mit Vermittlern in Burkina Faso und den algerischen Behörden aufgenommen. Die Rebellen verlangten eher eine weitreichende Autonomie als die Unabhängigkeit des Nordens.

Wie viele Kämpfer die Ansar Dine gemeinsam mit Ag Intallah verlassen würden, war zunächst unklar. Auch einige Anhänger der säkularen Separatistenbewegung MNLA der Tuareg, die gegen die AQIM kämpft, hätten sich ihm angeschlossen, hieß es.

Soldaten der malischen Armee kontrollieren wieder Städte im Landeszentrum (foto:reuters)

Soldaten der malischen Armee kontrollieren wieder Städte im Landeszentrum

Internationale Vermittler hatten sich seit langem bemüht, einen Keil zwischen die AQIM und ihre Verbündeten zu treiben. Ag Intallah war im vergangenen Jahr ein hochrangiger Gesandter von Ansar Dine bei diesen Gesprächen. Die Zahl der islamistischen Kämpfer in Mali wird insgesamt auf höchstens 3000 geschätzt.

Seit dem Einsatz der französischen Truppen sind die Extremisten im Norden auf dem Rückzug. Sie kontrollieren aber noch weite Teile des Territoriums.

Allmählich erhalten die französischen und malischen Regierungstruppen immer mehr Unterstützung auch durch Soldaten westafrikanischer Staaten. Menschenrechtsgruppen beschuldigten die malische Armee schwerer Menschenrechtsverletzungen, wie etwa Hinrichtungen von Tuareg und Arabern.

SC/haz (rtr, epd, afp)