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Wirtschaft

Sorge um Preisentwicklung in China

Nicht nur in der Eurozone, auch in China gibt es Sorgen wegen zu geringer Inflation. Dort stiegen die Preise zuletzt so langsam wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Senkt die Zentralbank bald die Zinsen?

Waren und Dienstleistungen kosteten im Januar durchschnittlich nur noch 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten der Regierung hervorgeht. Diese strebt eine Teuerungsrate von rund drei Prozent an.

Damit steigt auch in der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt die Gefahr einer Deflation - einer konjunkturschädlichen Spirale aus fallenden Preisen. Die Produzenten senkten zu Jahresbeginn sogar ihre Verkaufspreise um überraschend deutliche 4,3 Prozent.

"Die Entwicklung bestätigt, dass sich die Konjunktur im Januar eingetrübt hat", sagte HSBC-Analystin Julia Wang. "Der verlangsamte Preisanstieg wird die Gewinnmargen der Firmen weiter belasten." Das wiederum kann Investitionen und Neueinstellungen dämpfen.

China leidet bereits unter einem Abschwung am Immobilienmarkt und mangelnder Auslastung der Fabriken. Ein- und Ausfuhren sanken im Januar unerwartet kräftig.

Niedrigere Leitzinsen?

Bereits 2014 war das Bruttoinlandsprodukt mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, für 2015 werden sogar nur rund sieben Prozent erwartet. Neben der schwächelnden Nachfrage drücken auch sinkende Rohstoffpreise die Teuerungsrate und die Erzeugerpreise, erklärte das Statistikamt.

"Besonders die Produzentenpreise haben uns geschockt", sagte Zhu Qibing vom Wertpapierhandelshaus Minzu Securities in Peking. Er rechnet nun damit, dass die Zentralbank einschreiten und im März oder April ihren Leitzins senken wird. Zuletzt hatte sie das im November getan, um die Konjunktur wieder in Gang zu bringen.

Einige Experten halten die Sorgen vor einer Deflation allerdings für übertrieben. Sie verweisen darauf, dass das chinesische Neujahrsfest diesmal erst auf den 19. Februar fällt und nicht wie 2014 in den Januar. Vor dem Fest sitzt das Geld bei den Verbrauchern lockerer, was die Preise hochtreibt.

bea/zdh (reuters)

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