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Aktuell Afrika

Somalischer Shabaab-Kommandeur stellt sich

Mit Sakarija Ismail Ahmed Hersi hat sich ein wichtiger Anführer der islamistischen Shabaab-Miliz gestellt. Die Regierung hofft für ihren Anti-Terror-Kampf, dass er wichtige Interna der Gruppe preisgibt.

al-Shabaab Kämpfer in Somalia (Foto: Picture alliance, ap)

Al-Shabaab-Kämpfer in Somalia

Sakarija Ismail Ahmed Hersi galt als der "Geheimdienstchef" der Shabaab-Miliz, die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida verbündet ist und für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates kämpft. Außerdem habe er sich um die Finanzen der islamischen Extremisten gekümmert, wie ein Militärangehöriger erklärte.

Streitigkeiten und Brutalität innerhalb der Gruppe

Hersi habe sich in einem Haus im Gebiet al Wak versteckt und dann Kontakt zur somalischen Regierung aufgenommen, um sich zu stellen. Die USA, die die somalische Regierung in ihrem Kampf gegen den islamistischen Terror unterstützen, hatten für Hinweise auf Hersi eine Belohnung von drei Millionen US-Dollar (rund 2,5 Millionen Euro) ausgesetzt. Die Behörden erhoffen sich nun, durch ihren hochkarätigen Gefangenen umfassende Informationen über den Modus operandi der Terrorgruppe zu erhalten.

Die Motive Hersis zu dem Schritt sind nicht klar, es gibt aber Berichte über blutige Konflikte innerhalb der Shabaab-Miliz. So soll etwa der inzwischen durch US-Luftangriffe getötete ehemalige Anführer Ahmed Abdi Godane und auch sein Nachfolger Ahmed Umar Abu Ubaida die Truppe mit harter Hand geführt und Widersacher und Rivalen skrupellos beseitigt haben.

Tote bei Angriff auf AU-Stützpunkt

Dass sich der "Geheimdienstchef" der Shabaab gestellt hat, ist ein kleiner Lichtblick für die schwache somalische Regierung und die Kräfte der Afrikanischen Union (AU), die das arme ostafrikanische Land in seinem Kampf gegen die Islamisten mit rund 22.000 Soldaten unterstützen. Erst vor wenigen Tagen waren bei einem Angriff von Extremisten der Shabaab auf einen AU-Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Mogadischu nach neuesten AU-Angaben insgesamt 14 Menschen ums Leben gekommen – unter ihnen auch die acht Angreifer.

Die Islamistenorganisation kontrolliert nach ihrer Vertreibung aus der Hauptstadt im Jahr 2011 noch immer Gebiete im Zentrum und Süden des Landes und verübt immer wieder Anschläge im ganzen Land, das sich seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 im Bürgerkrieg befindet. Auch im Nachbarland Kenia, das den somalischen Kampf gegen den Terror unterstützt, schlagen die Islamisten immer wieder zu.

chr / kle (afp, dpa, ap)