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Wirtschaft

Solarkraft erobert die Energiewelt

Auf der Fachmesse für Solarkraft in München zeigt die Branche die CO2-freie Technik und Zuversicht: Solarkraft soll global zur wichtigen Energiequelle werden. Von der Intersolar berichtet Gero Rueter.

Die Solarkraft spielt beim Umbau der weltweiten Energieversorgung eine immer bedeutendere Rolle. Die Photovoltaik boomt weltweit. Auf der weltweit führenden Fachmesse der Solarwirtschaft, der Intersolar Europe und der Speichermesse electrical energy storage (ees), werden in München bis zum Freitag (12.06.2015) Lösungen für die klimafreundliche Energiewelt präsentiert und diskutiert. 40.000 aus Fachbesucher aus der ganzen Welt werden erwartet.

Mehr als 1000 Aussteller aus aller Welt zeigen Module, Speicher, IT-Systeme und Geschäftsmodelle für die globale Energieversorgung mit Solarkraft: Vom Pico-Solarsystem mit kleinem Solarmodul, Speicher und effizienter LED und TV-Gerät für Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika ohne Stromanschluss, Solaranlagen für Häuser und Industrie mit Speichern für Wärme und Strom, bis hin zur Großanlagen für Stadtwerke und Energieversorger und intelligente Elektroautos.

Infografik Globale Entwicklung der Solarstromerzeugung

Der weltweite Ausbau der Solarenergie wächst kontinuierlich. Treibende Kraft sind Kostensenkungen

Solarboom wird global

Weltweit wurde 2014 über 40 Gigawatt (GW) Photovoltaik-Leistung neu installiert. Der Dachverband der europäischen Solarwirtschaft, SolarPower Europa, stellte auf der Intersolar die globalen Trends im

Market Outlook

vor. Spitzenreiter bei den solaren Installationen war 2014 mit 11 GW China. Ebenfalls sehr erfolgreich waren die Installationen in Japan (10 GW), USA (7 GW) und Großbritannien (2 GW). Deutschland, das inzwischen mit einer Gesamtkapazität von 38 GW sieben Prozent des Strombedarfs deckt, hat 2014 ebenfalls knapp zwei GW neue installiert.

Der Boom des solaren Zubaus ist nach Angaben des Global Market Outlook inzwischen weltweit sichtbar. Mit einer installierten Gesamtleistung von 178 GW wurde 2014 bereits ein Prozent des globalen Strombedarfs gedeckt. In der EU waren 2014 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 89 GW installiert, sie lieferten 3,5 Prozent des europäischen Stroms. Geht die globale Entwicklung positiv weiter, könnte nach Angaben des Outlooks die weltweit installierte Photovoltaikleistung in den nächsten fünf Jahren auf 550 GW verdreifacht werden. Läuft die Entwicklung dagegen sehr ungünstig, prognostiziert der Bericht nur eine Verdopplung der globalen Installation auf rund 400 GW.

Zunehmend vorangetrieben wird der Solarausbau inzwischen auch in Indien, Korea, Thailand, Taiwan, Australien, Lateinamerika, dem afrikanischen Kontinent und der Golfregion. "Das heißt es gibt viel mehr globale Märkte als in den letzten Jahren. Die Welt öffnet sich sozusagen für Solar", sagt Oliver Schäfer, Präsident von SolarPower Europe. Triebkraft für den zunehmenden Schub der Solarkraft sei vor allem die massive Kostenreduktion. "In weniger als zehn Jahren haben sich Kosten für Solarsysteme um rund 75 Prozent reduziert, aus diesem Grund ist Solarkraft wettbewerbsfähig in vielen Ländern und Marktsegmenten."

Dass die Preise auch in den nächsten Jahrzenten weiter sinken sollen und damit den Boom Markt weiter beflügeln, zeigt eine aktuelle

Studie

vom Fraunhofer ISE in Freiburg, Europas führendem Solarinstitut. Demnach soll der Preis für Solaranlagen bis 2025 noch um ein weiteres Drittel sinken und damit in vielen Teilen der Welt die günstigste Stromquelle sein.

Sorge um Europas Politik

Während der Solarausbau weltweit boomt, auch zunehmend ohne Förderung, stockt die Dynamik in Europa. In den Jahren 2011 und 2012 wurden in Europa pro Jahr Solarmodule mit einer Kapazität von rund 20 GW pro Jahr installiert, danach sackte der Zubau ab, in 2014 wurden nur noch sieben GW installiert.

Auf der Intersolar zeigen sich Experten über die Entwicklung in Europa besorgt, auch weil der Heimatmarkt für die Weiterentwicklung der Technologen wichtig ist. "Leider gibt es viele Politiker, die eine zu große Nähe zu großen Energiekonzernen haben", sagt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarenergie (BSW) mit Blick auf die deutsche Politik. Und den alten Energiekonzernen gehe die Dynamik der Energiewende zu schnell, ihre fossilen Kraftwerke werden unrentabel, das Tempo des Solarausbaus werde deshalb gebremst. "Das sieht man an den verabschiedeten Gesetzen. Die Lobby der fossilen Energiewirtschaft ist zehn Mal stärker als wir", so Körnig.

Intersolar Meese in München Mercedes

In die neue Energiewelt mit Stromspeichern will jetzt auch Mercedes kräftig investieren.

Oliver Schäfer kritisiert in diesem Zusammenhang die kurzsichtige europäische Politik, "viele Politiker schützen die Kohle, das Energiesystem der letzten 100 Jahre, anstatt die nächsten 100 Jahre aktiv zu gestalten."

Trotz des Gegenwinds blickt die Solarwirtschaft aber weiter in eine positive Zukunft. "Solarenergie kommt raus aus der Nische, es gibt klare Signale für einen globalen Aufwärtstrend, wir schauen in eine rosige Zukunft", so Schäfer. Nach Ansicht von Körnig ist die Solarkraft inzwischen nicht mehr zurückzudrängen: "Wir sind im Umbruch, Photovoltaik ist günstig und wird global weiter wachsen, das ist klar."

Experten erwarten Speicherboom

Für die Fachbesucher auf der Münchener Messe stehen neben neuen Geschäftsmodellen zur Vermarktung von Solarenergie vor allem die

Speichertechnologien

im Mittelpunkt. Viele neue Produkte und Konzepte werden gezeigt.

Um Solarstrom im Haus und Gewerbe verstärkt zu nutzen, werden Speicher zunehmend nachgefragt. "In den vergangenen 12 Monaten hat sich der Markt von stationären Stromspeichern in Deutschland verdoppelt, zugleich sanken die Kosten für den Kauf um 25 Prozent" so Körnig. "Wir rechnen wir mit einem Absatz von 20.000 Stromspeichern in Deutschland in diesem Jahr."

Nach Einschätzung von Experten auf der Messe sind die Aussichten Stromspeicher hervorragend, die Preise sinken, der Markt, so die Einschätzung, steht vor einem globalen Boom und könnte sogar noch dynamischer sein als die Photovoltaik.

Dass die Erwartungen groß sind, zeigt die Zunahme an Produkten und Herstellern, auch große Firmen und Geldgeber aus der Autobranche steigen in den Markt ein. Der Elektroautopionier Tesla präsentiert seine Luxuslimousine mit einer Reichweite von 500 Kilometer und stellt seinen Hausspeicher für Sonnenstrom vor. Mitsubishi Motors zeigt mit seinem bidirektionalem Ladesystem, wohin die neue Energiewelt führt und wo sich neue Synergien ergeben. Das vorgestellte Electric Vehicle kann nicht nur mit Sonnenkraft sauber fahren, sondern bei Bedarf auch das Haus mit gespeichertem Strom versorgen.

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