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Europa

So viele Arbeitslose wie seit elf Jahren nicht

Die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote in der EU stieg im November auf 9,5 Prozent. Fast 23 Millionen Menschen sind ohne Job - so viele wie zuletzt vor elf Jahren.

Detailaufnahme einer Bewerbung (Foto: Bilderbox)

Die Jobsuche fällt in Zeiten steigender Arbeitslosenzahlen besonders schwer

Die Wirtschaftsdepression hat Europa fest im Griff: Als Folge der Wirtschaftskrise hat die Zahl der Arbeitslosen in der Eurozone den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht. Im November 2009 stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf 10,0 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag (08.01.2010) mitteilte.

Ähnlich sehen die Werte aus, wenn man die 27 EU-Mitgliedsstaaten betrachtet: Auch bei den 27 erhöhte sich die Zahl der Menschen ohne Arbeit. Die Quote stieg auf 9,5 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Laut Eurostat waren in der gesamten EU 22,9 Millionen Männer und Frauen ohne Job.

Deutschland profitiert von der Kurzarbeit

Seit Frühjahr 2008 ist die Arbeitslosenquote sowohl in den 27 EU-Mitgliedsstaaten als auch in der Eurozone kontinuierlich nach oben gegangen. Deutschland kam dabei – dank der inzwischen unter Arbeitsmarktexperten weltweit gefeierten Kurzarbeiterregelung – sehr glimpflich davon und verzeichnete über ein Jahr betrachtet einen der niedrigsten Zuwächse in Europa - von 7,1 auf 7,6 Prozent.

Doch Eurostat verzeichnet auch positive Entwicklungen: Insgesamt steigerte sich die Wirtschaftsleistung. Gestützt von anziehenden Exporten und Lagerbeständen legte sie im dritten Quartal um 0,4 Prozent zu. Für die europäischen Statistiker ist damit klar: Die schwerste Rezession seit Gründung des Währungsraums ist zu Ende. Zum Vergleich: Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung noch um 0,1 Prozent gesunken. Allerdings ist die Binnenwirtschaft nach wie vor schwach: Der Konsum sank um 0,1 Prozent, die Investitionen sogar um 0,8 Prozent. Wie tief der Einbruch immer noch ist, zeigt zudem der Vergleich mit dem Vorjahr: Hier liegt die Wirtschaftsleistung immer noch um vier Prozent tiefer.

Stadtansicht der Stadt Luxemburg (Foto: DW)

Glücklicher Nachbar: Luxemburg

In Litauen und Luxemburg brummt die Wirtschaft

In einigen kleinen EU-Ländern zog die Wirtschaft sprunghaft an: Mit Wucht nach oben ging es in Luxemburg mit einem Wachstum von 4,2 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichnete in Europa jedoch Litauen: Hier stieg das Bruttoinlandsprodukt um 6,1 Prozent. Der baltische Staat setzte sich damit deutlich von seinen Nachbarn Estland und Lettland ab, wo die Wirtschaft mit drei beziehungsweise vier Prozent so stark einbrach wie in keinem anderen Land der Europäischen Union.

Desaströse Zahlen präsentierten die Statistiker ausgerechnet Spanien, dem Land das am Freitag mit viel Pomp den Beginn seiner EU-Ratspräsidentschaft feiert. Die Wirtschaftsleistung gab hier im Sommer um 0,3 Prozent nach, damit ist das südeuropäische Land das einzige größere Euro-Zonen-Mitglied, das immer noch in der Rezession steckt. Die Arbeitslosenquote stieg im November auf fast ein Fünftel. Besonders erschreckend: Es sind vor allem junge Leute von Arbeitslosigkeit in Spanien betroffen. Fast die Hälfte der unter 25-Jährigen hatte im November keinen Job.

Die Zukunft soll rosiger werden: Die Europäische Kommission erwartet in den 16 Euro-Ländern für 2009 insgesamt zwar ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um vier Prozent. Doch für das laufende Jahr 2010 soll ein Wachstum von 0,7 Prozent erreicht werden. Am Jobmarkt wird sich dieses Wachstum wahrscheinlich aber nicht spürbar machen. Die Arbeitslosenquote dürfte aber trotz der leichten Erholung weiter steigen und in diesem Jahr 10,5 Prozent erreichen.

Autor: Marcus Bölz (rtr, afp)
Redaktion: Oliver Samson

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