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Kultur

Skandalfoto: Boris Becker posiert auf Buddha

Aufschrei in sozialen Netzwerken: Der ehemalige Tennisstar Boris Becker ließ sich auf Ibiza für ein Urlaubsfoto mit seiner Schwester und ihren Kindern auf einer Buddha-Statue ablichten. Respektlos?

"Ich dachte, Sie sind ein Mensch von Welt", schreibt ein Nutzer. "Das Foto zeigt mir auf, dass Sie null Respekt gegenüber anderen Religionen haben. Sie sollten sich schämen." Und ein anderer: "Das ist abscheulich!"

Die Empörung gilt einem Foto, das Boris Becker am Dienstag (22.07.2014) auf der Foto- und Video-App Instagram veröffentlicht hat. Hier posiert er mit seiner Schwester und ihren zwei Kindern auf einer liegenden Buddha-Statue an einem Pool auf der Ferieninsel Ibiza.

Fehlender Respekt oder übertriebene Aufregung?

Die heftigen Reaktionen kann Becker nicht verstehen: "Ich habe den höchsten Respekt vor allen Religionen", schreibt er auf Englisch. "Ich hoffe, das gleiche gilt für euch!"

Eine Buddha-Statue südlich von Pattaya / Thailand - Foto: Nik Martin / DW

Thailand verbietet die Ausfuhr von Buddha-Figuren - und stellt auch das Sitzen auf Statuen unter Strafe

Manche Kommentatoren halten die Aufregung um das Urlaubsfoto für übertrieben: "Schwachsinniges Gequatsche", schreibt ein Nutzer. "Die meisten hier wissen nicht mal wie man Buddha schreibt und erzählen was von Respekt!" Ein anderer meint, man müsse eher diejenigen kritisieren, die die Buddha-Statue zu Dekorationszwecken am Pool aufgestellt hätten.

Modetrend und künstlerisches Streitobjekt

In der Tat sind Buddha-Statuen in den vergangenen Jahren in vielen Ländern zum Modetrend bei der Gestaltung von Gärten, Innenhöfen oder auch Wohnräumen geworden. In manchen asiatischen Ländern sieht man das mit großer Sorge: In Thailand, wo sich mehr als 90 Prozent zum Buddhismus bekennen, ist die Ausfuhr von Buddha-Figuren verboten. Wer hier auf eine Statue klettert, muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen. In Sri Lanka ist es sogar verboten, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue ablichten zu lassen.

Buddha-Statue auf dem Viktualienmarkt - Foto: Elena Zelle/dpa

Zankapfel: umgestürzte Buddha-Statue in München

Erst vor einem Jahr sorgte ein Kunstwerk des aus Malaysia stammenden Künstlers Han Chong für heftige Proteste: Er hatte auf den Münchner Viktualienmarkt eine umgestürzte goldene Buddha-Statue gestellt - unter dem Titel "Made in Dresden". Die Deutsche Buddhistische Union reagierte empört und bezeichnete das Kunstwerk "als Beleidigung und Herabwürdigung" ihrer religiösen Überzeugungen.