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Kultur

Situation in Pakistan weiterhin kritisch

Vier Monate sind seit der Erdbebenkatastrophe in Pakistan vergangen. Die Nothilfe bleibt aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse schwierig, weiterhin sind Menschenleben in Gefahr.

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Winterwetter erschwert die Hilfsarbeiten

Laut einem am Montag vorgelegten Bericht der UN-Organisation Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge (ISDR) sind im Jahr 2005 rund 90.000 Menschen weltweit an den Folgen von Naturkatastrophenopfern gestorben. Die meisten Opfer zählt Pakistan, wo nach dem Erdbeben am 8. Oktober 2005 mehr als 73.000 Menschen ums Leben kamen. Rund vier Monate nach der Katastrophe sind immer noch zahlreiche Menschen obdachlos und die Situation bleibt für viele weiterhin kritisch.

"Wir haben momentan Nachttemperaturen von minus zehn Grad. Es schneit, es gibt Nieselregen; die Leute sind feucht." So beschreibt Marco Obermüller, Projektleiter der Deutschen Welthungerhilfe in Pakistan, aufgrund der schlechten Wetterbedingungen die momentan sehr schwierige Situation vor Ort. Millionen Menschen seien obdachlos geworden und die müssten alle versorgt werden. Die Welthungerhilfe habe dafür bereits 60.000 Wellbleche verteilt, "damit Bedürftige sich provisorische Unterstelle bauen können, um sich, ihre Familien und ihr Vieh in Sicherheit gegen den Wind und die Kälte zu bringen."

Spenden reichen nicht aus

Flüchtlingslager in Pakistan

Pakistan braucht mehr Geld

Auch wenn der pakistanische Präsident Pervez Musharraf auf dem Weltwirtschaftforum in Davos am letzten Donnerstag (26.1.06) verlauten ließ, dass aufgrund der internationalen Hilfe das Land mehr finanzielle Mittel zur Verfügung habe, als gebraucht würden, reichten diese laut Obermüller bei weitem nicht aus. "Da wird sehr viel Geld benötigt, denn wir sind ja immer noch in der Nothilfe und noch gar nicht beim Wiederaufbau angekommen", so der Projektleiter. Mit dem Beginn des Wiederaufbaus rechne er nicht vor April.

Den beschwerlichen Weg der benötigten Güter, die über viele Stationen aus dem Süden des Landes über LKWs, dann Jeeps und schließlich Esel in die betroffenen Regionen gelangen, nennt der Projektleiter der Welthungerhilfe zurecht eine "logistische Herausforderung". "Die Regionen sind häufig auf dem Landweg gar nicht, und eben nur noch mit Hubschraubern zu erreichen. Deren reine Unterhaltungskosten beliefen sich auf mehr als 1000 Euro pro Stunde und so könne man sich natürlich vorstellen, wie viel Geld man noch benötige.

Vier Monate nach der Katastrophe fehlen auch der UN noch ein Drittel der benötigten Mittel, die auf 552 Millionen US-Dollar geschätzt werden. Während die Organisation die Geberländer auffordert, weitere Gelder zur Linderung der schlimmsten Not im Katastrophengebiet zu spenden, scheint das Spendenaufkommen in Deutschland äußerst hoch zu sein. Rund 80 Millionen Euro an Spendengeldern registrierte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in der Bundesrepublik. Dieses Geld soll insgesamt 26 Hilfsorganisationen zugekommen sein. Das sei laut DZI nach der Tsunami-Katastrophe, der Elbeflut 2002 und dem Kosovo-Krieg 1999 eines der höchsten Spendenaufkommen der vergangenen Jahre.

Weg zur Normalität Bis das Land den Zustand wie vor der Katastrophe wieder erreicht hat, werden laut Obermüller wohl noch fünf Jahre vergehen. "Wir sind mit einer totalen Zerstörung konfrontiert! Im Zweiten Weltkrieg wurde auch nicht alles innerhalb einiger Monate wieder aufgebaut." Wo vieles zerstört worden ist, müsse man auch erstmal sehen, wem das Land eigentlich gehöre. "So ein Wiederaufbau dauert schon einige Jahre".

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