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Wirtschaft

Siemens verkauft VDO

Siemens verkauft den Autozulieferer VDO an Continental - und gibt damit einen der derzeit erfolgreichsten Geschäftsbereiche auf. Siemens nimmt zwar 11,4 Milliarden Euro ein, aber die Aktie sinkt.

Ein VDO-Mitarbeiter im Werk Stollberg, in weißem Kittel, drückt Knöpfe auf einem großen, komplizierten Bedienfeld. (Quelle: AP)

Künftig drücken die VDO-Mitarbeiter ihre Knöpfe für Continental

Der Elektronikkonzern Siemens verkauft seine Autozuliefer-Sparte VDO an Continental. Wie Siemens am Mittwoch (25.07.07) mitteilte, liegt der Preis bei 11,4 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte Siemens VDO an die Börse bringen wollen. Zuletzt hatten sich jedoch Continental und der US-Zulieferer TRW, an dem der Investor Blackstone beteiligt ist, ein Bietergefecht um VDO geliefert. Durch die Übernahme VDO mit seinen 50.000 Mitarbeitern schließt Continental auf zur Weltspitze der fünf größten Autozulieferer. Zusammen kommen Continental und Siemens VDO mit 140.000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von rund 25 Milliarden Euro.

Der gewachsene Reifenriese und der Navi-Spezialist

Die VDO-Zentrale in Regensburg (Oberpfalz): Ein eckiges, graues Gebäude. (Quelle: dpa)

Bald wird der "Siemens"-Schriftzug verschwinden

Seit den 1990er Jahren hat sich Continental von einem Reifenhersteller zu einem Komplett-Zulieferer rund ums Auto gewandelt. Für den Ende 2004 übernommenen Hamburger Zulieferer Phoenix hatte Conti eine knappe halbe Milliarde Euro bezahlt, 2006 legte Conti rund 830 Millionen Euro für die Autoelektroniksparte des US-Konzerns Motorola hin und stieg damit groß in das Wachstumsfeld Telematik ein. Lange galt Conti selbst wegen seiner vergleichsweise geringen Größe und des geringen Unternehmenswerts als mögliches Übernahmeziel. Mit der VDO-Übernahme scheint nun die Gefahr, selbst geschluckt zu werden, deutlich verringert.

VDO gilt als Spezialist für Navigationssysteme und als besonders innovativ bei der Einspritztechnik für Motoren. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem Benzinpumpen, Bremssysteme, Displays für Autos, Airbag-Sensoren und Gurtstraffer. Für Stadtwerke und Bahnunternehmen entwickelt Siemens VDO die Betriebsleittechnik bis hin zu Fahrgastinformationen an Haltestellen und in Zügen. Für Schiffe werden zum Beispiel Navigationsinstrumente hergestellt. Im vergangenen Geschäftjahr erzielte VDO einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 669 Millionen Euro und war damit einer der erfolgreichsten Siemens-Bereiche.

Die Kurse sinken

Der neue: Peter Löscher.(Quelle: AP)

Siemens-Aufsichtsratschef Peter Löscher

Nachdem Siemens den VDO-Verkaufs ankündigte und die Quartalszahlen bekannt gegeben hatte, fiel der Aktienkurs des Konzerns um mehr als drei Prozent auf 102,50 Euro. "Viele hatten einen Erlös von zwölf Milliarden Euro oder sogar mehr erwartet, jetzt sind es nur 11,4 Milliarden", begründete ein Händler den Kurssturz. Erst hatte die Siemens-Aktie noch 1,7 Prozent zugelegt, ehe auf den zweiten Blick die Enttäuschung überhand nahm. Die Conti-Aktien wurden bis zum Nachmittag vom Handel ausgesetzt. Zuvor notierten sie mit 104,68 Euro fast zwei Prozent niedriger.

Im dritten Quartal steigerte Siemens seinen Gewinn um 54 Prozent auf zwei Milliarden Euro Der Umsatz legte um acht Prozent auf mehr als 20 Milliarden Euro zu. "Die Ergebnisse von Siemens im dritten Quartal zeigen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist", sagte der neue Vorstandschef Peter Löscher. Der Konzernumbau sei gut gestartet. Trotz eines Verlustes von 371 Millionen beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks legte das operative Ergebnis um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu. Auch der Auftragseingang des von einer Korruptionsaffäre gebeutelten Konzerns stieg kräftig, um 13 Prozent auf über 22 Milliarden Euro. (ask)

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