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Kultur

Sex, Tod und Beutekunst

Beim wöchentlichen Streifzug durch die Ausstellungsräume dieser Welt sind wir diesmal über Tiermenschen und Kleinode gestolpert. Kommen Sie mit auf den internationalen Museumsrundgang.

Die Künstler George (links) und Gilbert (rechts)

Was haben diese beiden Herren nur wieder angerichtet?

Die Londoner Galerie White Cube zeigt die neuesten Arbeiten des britischen Künstlerduos Gilbert & George. Zu sehen sind 38 Werke ihrer neuen Serie "Jack Freak Pictures", einem Bilderzyklus, der die unterschiedlichsten Facetten der "Britishness", also der nationalen Identität der Inselbewohner, untersuchen soll. Immer wiederkehrendes Motiv ist die britische Nationalflagge Union Jack, deren abstraktes, geometrisches Design weltweit bekannt ist und in der Musik- und Modewelt längst Ikonenstatus hat. Mit weiteren Motiven wie Medaillen, Flaggen, Landkarten, Straßenschildern, Graffiti werfen die beiden Exzentriker Licht auf Fragen zu Religion, Identität, Politik, Wirtschaft, Sexualität und Tod. Die Ausstellung ist vom 10. Juli bis 22. August in den zwei Dependancen der Galerie zu sehen.

Erstattete "Beutekunst" in New York


Hieronymus Galle (1625–c. 1679)

Es ist nur eine kleine Ausstellung, aber sie erzählt eine lange und traurige Geschichte: Das Jüdische Museum in New York zeigt bis 2. August Bilder aus der Sammlung von Jacques Goudstikker, einem prominenten holländischen Galeriebesitzer, der 1940 auf der Flucht vor den Nazis starb. Versammelt sind Werke, die von den Nationalsozialisten als "Beutekunst" beschlagnahmt und später wieder an die Familie Goudstikker zurückerstattet wurden. Das besondere Kleinod der Aussstellung ist ein schwarzes Notizbuch, das der leidenschaftliche Kunstsammler zur Katalogisierung seiner etwa 1400 Werke nutzte. Es ist digitalisiert lesbar und gibt einen umfassenden Einblick in seine Sammlung

Von Picasso bis Chagall


Die herrliche Landschaft um die kleine südfranzösische Stadt Céret zog im 20. Jahrhundert die bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts an. Pablo Picasso, Georges Braque, Auguste Herbin, Chaïm Soutine, André Masson, Juan Gris, Francis Picabia, Marc Chagall, Raoul Dufy, Moïse Kisling und Max Jacob sind nur einige der Künstler, die diese Stadt im Norden der Pyrenäen und deren Umgebung auf Leinwand verewigt haben. Unter dem Titel "Ein Jahrhundert herrlicher Landschaften" widmet das Museum für zeitgenössische Kunst in Céret dieser unerschöpflichen Inspirationsquelle nun eine Ausstellung. Rund 250 Werke sind zu sehen, die von der Figuration bis zur Abstraktion reichen. Die Ausstellung dauert bis zum 31. Oktober.

Musée d'Orsay zeigt Collagen von Max Ernst

Collage tiré de Une semaine de bonté La cour du dragon

Max Ernst veröffentliche 1934 seinen Collagenroman "Une semaine de bonté". Darin stellt er auf surrealistische und skurille Art die Bourgoisie des 19. Jahrhunderts infrage. Auf den 184 Blättern, die das Pariser Orsay-Museum bis zum 13. September ausstellt, verwandelt der deutsche Maler das bürgerliche Heim in eine Hölle und die Männerwelt in Tiermenschen, die gierig auf Frauen lauern. Die fünf Hefte dieser Originalcollagen waren zuletzt 1936 öffentlich zu sehen. (mb/dpa)

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