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Australian Open

Serena Williams gewinnt Australian Open

Zum siebten Mal holt Serena Williams den Sieg bei den Australian Open. Am Montag löst die US-Amerikanerin Angelique Kerber als Nummer eins der Tenniswelt ab. Aber der Erfolg über ihre Schwester Venus bedeutet noch mehr.

Serena Williams (r.) hält ihre Sieger-Trophäe in den Armen, Venus Williams (l.) ihre Schaale für den zweiten Platz (Foto: Reuters/I. Kato)

Schwestern unter sich: Serena (r.) und Venus Williams nach dem Finale

Nach dem Triumph im Schwestern-Duell von Melbourne ließ sich Serena Williams überwältigt von ihren Gefühlen auf den Centre Court plumpsen. Wenig später zeigte sie glücklich auf ihre Schuhe. Dort stand die Zahl 23. Durch den 6:4, 6:4-Finalsieg bei den Australian Open gegen Venus Williams hat sich die 35-Jährige mit ihrem 23. Grand-Slam-Coup zur alleinigen Major-Rekordhalterin der Open Era gekrönt und gleichzeitig Steffi Graf überflügelt, die 22 Grand-Slam-Erfolge aufzuweisen hat.

"Diese Zahl hört sich großartig an, aber gleichzeitig verrückt", sagte Serena Williams, die auch einen Dank nach oben schickte: "Ich habe gebetet und gebetet, dass es klappt. Es war ein ganz hartes Turnier für mich." Den Hut zog der Superstar zudem vor der 15 Monate älteren Schwester: "Venus ist meine Inspiration. Sie ist der einzige Grund, warum ich hier stehe. Ohne sie würde es die Williams-Sisters gar nicht geben."

Natürlich war auch Venus Williams gerührt und rief dem frischgekürten siebenmaligen Australian-Open-Champion zu: "Dein Sieg ist auch immer mein Sieg!" Im Überschwang der Gefühle gab Serena Williams auch zu: "Ich habe das so vermisst, vor allen Dingen im letzten Jahr." Denn vor zwölf Monaten hatte die US-Amerikanerin das Endspiel gegen Angelique Kerber verloren.

Kerbers Gratulation

Diesmal verwandelte die Weltranglistenzweite vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Rod-Laver-Arena nach 1:22 Stunden ihren ersten Matchball. Mit 35 Jahren und 124 Tagen ist Serena Williams die bislang älteste Major-Gewinnerin der Geschichte.

Serena Williams schlägt eine Vorhand (Foto: Reuters/T. Peter)

Das ein oder andere Mal zeigt Serena Williams Nerven, im Grunde aber ist ihr Sieg nie gefährdet

Durch ihren siebten Coup beim ersten Grand-Slam-Event der Saison wird die Wimbledonsiegerin am Montag auch wieder die Nummer eins der Welt sein. "Das ist ein Bonus, der sich gut anfühlt. Ich mag es, ganz oben zu stehen", sagte Serena Williams, die Kerber von der Spitze des WTA-Rankings verdrängen wird. Die Deutsche hatte den Platz an der Spitze am 12. September 2016 nach ihrem US-Open-Sieg erstmals übernommen.

Kerber, die im Achtelfinale von Melbourne ausgeschieden war, schickte per Twitter Glückwünsche an die neue Rekordhalterin: "Gratulation für diese erstaunliche Leistung. Was für ein historisches Finale - mit zwei wahren Champions."

Seltenes Final-Duell

Es war das erste Mal seit knapp acht Jahren, dass sich Serena und Venus Williams wieder im Finale eines Grand-Slam-Turniers gegenüberstanden. Und im insgesamt 28. "Sister Act" seit 1998 war den Schwestern die große Anspannung deutlich anzumerken. In den ersten vier Spielen gab es gleich vier Breaks. Vor allem die Favoritin, die das Match zuvor als "den Moment" ihrer beider Karrieren bezeichnet hatte, kam zunächst gar nicht in Tritt und zeigte große Schwächen beim Aufschlag. Ihre Gemütslage wurde deutlich, als Serena Williams nach einem glücklichen Netzroller von Venus ihr Racket zertrümmerte.

Nach nur fünf Spielen hatte die siebenmalige Wimbledonsiegerin bereits 13 unerzwungene Fehler auf dem Konto und wirkte gehemmt. Langsam fing sich Serena Williams dann aber und brachte nach dem Break zum 4:3 endlich ihr Service durch, das nun immer stabiler wurde. Mit ihrem siebten Ass holte sie sich nach 41 Minuten den ersten Satz. Das Niveau der von Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie konnte die Zuschauer allerdings nicht zufriedenstellen. Serena Williams gelang im zweiten Satz, wie zuvor im ersten, im siebten Spiel das vorentscheidende Break.

ck/sn (sid)

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