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Australian Open

Kerber scheitert bei den Australian Open

Titelverteidigerin Angelique Kerber scheidet bei den Australian Open überraschend bereits im Achtelfinale aus. Auch für Mona Barthel ist Schluss. Dagegen besiegt Mischa Zverev überraschend die Nummer eins im Tennis.

Angelique Kerber hat mit dem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open ein böses Erwachen im neuen Tennis-Jahr erlebt. Mit dem Sturz von der Spitze der Weltrangliste droht am kommenden Wochenende sogar noch ein weiterer Alptraum. Der deutsche Jubel über den Sensations-Coup von Mischa Zverev gegen Titelfavorit Andy Murray war in Melbourne schon verhallt, als Kerber mit 2:6 und 3:6 gegen die US-amerikanische Außenseiterin Coco Vandeweghe krachend aus dem Turnier flog. Schlimmer noch: Ein Jahr nach dem Finaltriumph über Rekordsiegerin Serena Williams kann die Deutsche den Spitzenplatz wieder an die US-Amerikanerin verlieren, falls die 35-Jährige am kommenden Samstag ihren siebten Titel in Australien holt.

Die Deutsche war im ersten Satz über weite Strecken chancenlos, wenn die 25-jährige Vandeweghe ihr druckvolles Spiel durchzog. Zu später Stunde in Australien biss sich Deutschlands Sportlerin des Jahres danach aber in die Partie und profitierte im zweiten Durchgang von mehr Fehlern ihrer Gegnerin. Doch die 3:1-Führung war schnell dahin, nach nur 68 Minuten verwandelte Vandeweghe ihren ersten Matchball, als ein Return von Kerber in hohem Bogen ins Aus segelte.

Nach dem unbefriedigenden Ende ihres ersten Grand-Slam-Turniers als Nummer eins saß die Deutsche ernüchtert in der Pressekonferenz. "Ich bin enttäuscht. Das war ein schlechter Tag von mir, ich habe den Ball nicht richtig gefühlt und hatte keinen Rhythmus", klagte Kerber, die sich trotzdem kämpferisch gab: "Ich habe viel gelernt und neue Erfahrungen gesammelt. Es kann immer noch ein gutes Jahr werden. Ich werde versuchen, stärker zurückzukommen."

Zverev feiert Tennis-Coup

Tennis Australian Open - Melbourne Park Melbourne Australia Mischa Zverev (Reuters/J. Reed)

Zverev: Der Druck fällt ab, die Überraschung ist perfekt

Mischa Zverev nutzte davor seinen ersten Matchball gegen den fünfmaligen Melbourne-Finalisten Andy Murray zum völlig unerwarteten 7:5, 5:7, 6:2 und 6:4. Danach ballte Zverev die Fäuste und darf sich nun auf das erträumte Viertelfinale am Dienstag gegen Roger Federer freuen. "Das war definitiv das beste Match meines Lebens. Nicht nur, weil es best-of-five war, sondern bei einem Grand Slam", sagte Zverev, der nach vielen Rückschlägen auf dem erneuten Weg nach oben als Nummer 50 der Welt nach Australien kam.

Zverev war in seinem Spiel von Beginn an auf Augenhöhe mit Murray. Zwar sah es im ersten Satz beim 1:3 und 3:5 nach dem erwarteten Verlauf aus, doch der Außenseiter ließ sich nicht irritieren und holte sich mit einem Ass noch den Durchgang. Zehn Jahre, nachdem Tommy Haas zuletzt im Viertelfinale in Australien stand, lag Zverev im zweiten Satz 0:3 und 2:4 zurück und wehrte beim Stand von 4:5 vier Satzbälle ab, den Ausgleich konnte er aber nicht verhindern.

Der Deutsche suchte nach seinem Linkshänder-Aufschlag wie gewohnt meist den Weg ans Netz und konnte auch bei längeren Ballwechseln mithalten, weil er das Tempo verlangsamte. Damit kam Murray bei Sommerwetter zur Nachmittagszeit immer weniger zurecht. Nach 3:34 Stunden verwandelte Zverev gleich seinen ersten Matchball. "Es sollte heute nicht sein", sagte Murray und lobte seinen Gegner: "Unter Druck hat er großartige Sachen gemacht."

Barthel kann Williams nicht stoppen

Australian Open Tennis Mona Barthel (picture alliance/dpa/A.Favila)

Mona Barthel bleibt gegen Venus Williams chancenlos

Derweil konnte sich Qualifikantin Mona Barthel trotz des 3:6 und 5:7 gegen Venus Williams erhobenen Hauptes nach ihrem ersten Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier aus Melbourne verabschieden. "Allgemein bin ich mit dem Turnier sehr zufrieden. Ich habe noch mal versucht, alles Rauszuholen", sagte die 26-Jährige. "Im zweiten Satz war auf jeden Fall mehr drin", meinte sie zum Match gegen die frühere Weltranglisten-Erste. Die US-Amerikanerin lobte Barthel: "Sie hat gut gespielt, so viele Bälle kamen zurück. Ich war gezwungen, mein bestes Tennis zu spielen." Die 36-Jährige trifft nun auf die Russin Anastassija Pawljutschenkowa.

ck/sw (dpa)

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