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Aktuell Europa

Serbien meldet Schlag gegen Korruption

Im Kampf gegen Korruption und Finanzkriminalität ist Serbien nach eigenen Angaben ein großer Coup gelungen. Die Polizei nahm 79 Menschen fest - darunter auch einen ehemaligen Minister.

Unter den wegen Korruptionsverdacht Festgenommenen seien auch mehrere Direktoren von staatlichen Unternehmen und Bürgermeister sowie zwei ehemalige Beamte des Innenministeriums, teilte Innenminister Nebojsa Stefanovic (im Artikelbild) auf einer Pressekonferenz in Belgrad mit. Nach fünf Verdächtigen werde noch gefahndet. Die Beschuldigten hätten seit 2004 durch Korruption und Amtsmissbrauch umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro an die Seite geschafft.

In rund 20 verschiedenen Fällen sei es um Geldwäsche, falsche Gutachten und kriminellen Handlungen bei öffentlichen Beschaffungen gegangen, sagte Stefanovic. Dabei sei wiederholt Bauland widerrechtlich verhökert worden.

Ehemaliger Minister verhaftet

Den Namen des Ex-Ministers wollte Stefanovic nicht nennen, er verriet lediglich seine Initialen S.M. Wie die serbische Tageszeitung "Blic" auf ihrer Internetseite berichtete, handelt es sich um den früheren Handelsminister Slobodan Milosavljevic. Er gehörte dem Kabinett des 2003 ermordeten Ministerpräsidenten Zoran Djindjic an und war auch Präsident der serbischen Handelskammer. Medienberichten zufolge sind auch die frühere Chefin der Anti-Korruptionsbehörde, Zorana Markovic, sowie mehrere ehemalige Vize-Minister unter den Festgenommenen.

Größte Polizeiaktion gegen Korruption

Nach Angaben von Stefanovic handelte es sich um die bislang größte Polizeiaktion gegen Korruption und Finanzkriminalität in Serbien. Die Ermittlungen hätten sich im Laufe des Jahres "intensiviert". Gegen 39 weitere Personen werde noch ermittelt. Die serbische Regierung nehme bei ihrem Kampf gegen die Korruption keine Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit oder die Funktion der Verdächtigen, betonte Stefanovic.

Die Erfolgsmeldung im Kampf gegen Korruption kommt knapp zwei Wochen nach dem Beginn der Beitrittsverhandlungen zwischen Europäischer Union und Serbien. Die Mitgliedstaaten billigten am 14. Dezember die Eröffnung der ersten beiden von insgesamt 35 Verhandlungskapiteln.

ww/fab (AFP, AP, dpa, Reuters)

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