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Aktuell Welt

Separatisten geben Hilfe aus Russland zu

In dem Wirbel um einen angeblich in die Ukraine eingedrungenen russischen Militärkonvoi hat sich ein Separatistenführer offensichtlich verplappert. Er gab zu, dass die prorussischen Kräfte von Moskau unterstützt würden.

Video ansehen 01:11

Roman Goncharenko in Kiew

Bei einem Treffen prorussischer Kräfte am Freitag ging dem Ministerpräsidenten der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" in der Ostukraine, Olexander Sachartschenko, der Mund über. In einer von einem den Separatisten nahestehenden TV-Sender als Video aufgezeichneten Rede gab er erstmals offen zu, dass die Rebellen von Russland militärisch unterstützt werden.

In der entscheidenden Passage des auch bei Youtube veröffentlichten Videos heißt es in einer Übersetzung der Deutschen Welle: "Noch möchte ich euch eine erfreuliche Sache mitteilen. Entlang des Korridors (zwischen Donezk und Luhansk) haben wir folgende Reserven aufgesammelt. 150 Einheiten von Kampftechnik, darunter leider nur rund 30 Kampfpanzer, der Rest sind Schützenpanzer; 1200 Mann, die vier Monate auf dem Gebiet der Russischen Föderation ausgebildet wurden. Man hat sie hierher in einem entscheidenden Moment durchgelassen." (siehe Artikelvideo).

Weiter heftige Kämpfe

Gleichzeitig verkündete Sachartschenko Erfolge der Separatisten im Kampfe gegen die ukrainischen Regierungstruppen. Es sei gelungen, eine Versorgungslinie zwischen Donezk und Luhansk unter Kontrolle zu bringen. Als nächstes solle die Armee-Blockade der Großstadt Luhansk durchbrochen werden, sagte Sachartschenko nach einem Bericht der Agentur Interfax.

Der Sicherheitsrat in Kiew teilte mit, die "Anti-Terror-Operation" in der Ostukraine werde noch einige Zeit dauern. Die Einnahme der von Aufständischen gehaltenen Orte sei nicht in zwei Tagen zu machen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kiew fügte hinzu, dass zuletzt russische Drohnen und ein Hubschrauber illegal in den ukrainischen Luftraum eingedrungen seien.

Kiew: Russischen Konvoi angegriffen

Am Freitag hatte das ukrainische Militär erklärt, eine russische Militärkolonne gepanzerter Fahrzeuge im Osten der Ukraine angegriffen und teilweise zerstört zu haben. Russland bestreitet, dass sein Militär die Grenze überquert hat. Dabei handele es sich um pure Fantasie, erklärte die Regierung in Moskau.

Der Westen reagierte alarmiert auf die Berichte über ein Eindringen russischer Kräfte in die Ukraine. Die USA warfen Russland gezielte Provokationen vor. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden, erklärte, Moskau müsse seine "extrem gefährlichen" Versuche zur Destabilisierung der Ukraine unterlassen.

Merkel fordert Feuerpause

Bundeskanzlerin Angela Merkel verlangte, Russland müsse den "Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze" stoppen. In einem Telefonat mit Präsident Wladimir Putin forderte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert eine schnellstmögliche Waffenruhe in der Ostukraine. Außenminister Frank-Walter Steinmeier lud seine Kollegen aus Russland, der Ukraine und Frankreich für Sonntagabend nach Berlin ein, um über Auswege aus dem Konflikt und humanitäre Hilfe für die Menschen im umkämpften Gebiet zu beraten.

Einigung über Kontrolle von Hilfsgütern

Sowohl die Ukraine als auch Russland haben Hilfskonvois in Richtung Krisengebiet in Marsch gesetzt. Nach tagelangem Streit um die russische Lieferung hatten Moskau und Kiew nach Angaben der Ukraine eine Einigung erzielt. Die Kontrolle der Lastwagen und Hilfsgüter durch ukrainische Grenzbeamte sollte nach einer Mitteilung der Präsidialverwaltung noch an diesem Samstag beginnen. Die ukrainischen Lastwagen sammelten sich in Starobelsk nördlich des Krisengebiets.

wl/ml (dpa, afp, rtr)

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