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Aktuell Asien

Sechs Taliban in Kabul hingerichtet

Die Männer waren laut afghanischer Regierung für einen schweren Anschlag im April mit mehr als 60 Toten verantwortlich. Die Taliban reagierten auf die Exekutionen mit einem - für deutsche Ohren - denkwürdigen Statement.

Nach einem schweren Anschlag in Kabul, bei dem am 19. April dieses Jahres 64 Menschen getötet und 347 verletzt wurden, hat die afghanische Regierung sechs Talibankämpfer hinrichten lassen. Die Insassen von Todeszellen seien am Morgen im Gefängnis Pul-e Tscharchi im Osten der Hauptstadt gehängt worden, sagte ein Gefängnisbeamter der Deutschen Presse-Agentur.

Der Präsident hatte mit Vergeltung gedroht

Laut einer Mitteilung des Präsidentenpalastes handelte es sich um "Schwerkriminelle, die sich Verbrechen gegen Zivilisten und die öffentliche Sicherheit" schuldig gemacht hätten. Sprecher Schah Hussain Mortasawi bestätigte, die Männer seien Taliban gewesen. Nach dem blutigsten Anschlag seit Jahren hatte der afghanische Präsident Aschraf Ghani Vergeltung angekündigt und die Hinrichtung der Männer auch genehmigt. Die Exekutionen waren die ersten seit Ghanis Amtsantritt 2014.

Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani (Foto: Getty Images/AFP/S. Marai)

Der afghanische Staatschef Aschraf Ghani

Die Taliban reagierten mit einer Email, in der sie die schlechte Behandlung von Gefangenen anprangerten. Zudem verglichen sie Vorfälle in afghanischen Gefängnissen mit "Taten von Nazi-Deutschen". Das werde aber den Widerstand nicht schwächen. Wie viele Menschen in Todeszellen sitzen, ist unklar. Obwohl in Afghanistan jedes Jahr zahlreiche Menschen zum Tode verurteilt werden, wird die Strafe nur sporadisch umgesetzt.

sti/qu (ape, afp, dpa)

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