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Europa

Schwierige Geburt

Vor zehn Jahren erkannte die Europäische Gemeinschaft Slowenien und Kroatien als souveräne Staaten an. Eine Formalität für Slowenien, aber für Kroatien ging das Ringen um einen eigenen demokratischen Staat weiter.

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Umstrittene Symbolfigur: Ex-Präsident Franjo Tudjman

Am 15. Januar 1992 erhielten die Kroaten offiziell das, wofür sie mit ihrem Referendum im Mai 1991 gestimmt hatten: einen international weitgehend anerkannten, unabhängigen Staat. Allerdings: bis Anfang 1995 kontrollierte Kroatien nur zwei Drittel seines Territoriums - das übrige Drittel war serbisch besetzt.

Und so kam es, dass sich in der ersten Hälfte der 90-er Jahre drei Fronten auftaten: Mit diplomatischen Mitteln versuchte Kroatien für seine Linie im Ausland Unterstützung zu finden; an den Demarkationslinien hielten die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Serben an; und schließlich ging es um die Durchsetzung demokratischer Prozesse im Lande.

Bosnien: Opfer und Täter

Der Krieg im benachbarten Bosnien-Herzegowina, der im 1992 aufflammte, warf für die kroatische Regierung Probleme auf. Mitte der 90er Jahre hatte sich in vielen einst pro-kroatischen Ländern, darunter auch Deutschland, die Stimmung gewandelt: In Bosnien war Kroatien erstmals aus der Rolle des Opfers in die des Täters geschlüpft. Auch die Militäraktionen 1995, durch die Kroatien die Oberhoheit über die serbisch besetzten Gebiete - der Krajina und Westslawonien - wiedererlangte, riefen im Ausland scharfe Kritik hervor: Man beschuldigte die kroatische Seite, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Im Herbst 1995 gelang es amerikanischen Unterhändlern schließlich, die Präsidenten Kroatiens, Bosniens und Serbiens in Dayton an den Verhandlungstisch zu bringen. Franjo Tudjman, Alija Izetbegovic und Slobodan Milosevic besiegelten hier ein Friedenspaket für Bosnien und Herzegowina.

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