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Nahost

Schwerer Anschlag auf Bus in Jerusalem

Nach Monaten der Ruhe eskaliert in Israel die Gewalt wieder. Bei einem Bombenanschlag in Jerusalem wurden eine Frau getötet und mindestens 30 Menschen verletzt. Die Bombe explodierte am zentralen Busbahnhof.

Rettungsarbeiten nach dem Anschlag (Foto: AP)

Rettungsarbeiten nach dem Anschlag

In Jerusalem ist am Mittwoch (23.03.2011) ein Bus von einer schweren Explosion getroffen worden. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wurden dabei eine Frau getötet und mindestens 30 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Die Explosion ereignete sich am Nachmittag in der Nähe des zentralen Busbahnhofes. Die Bombe explodierte an einem Bus der Linie 174, die nach Maaleh Adumim fährt, einer jüdischen Siedlung in Ostjerusalem.

Die Wucht der Detonation erschütterte umliegende Gebäude bis in mehrere hundert Meter Entfernung. Krankenwagen rasten zum Ort der Explosion. Sanitäter kümmerten sich um die Opfer. Es war der erste Bombenanschlag auf einen Bus in Israel seit 2004.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verschob umgehend eine geplante Reise nach Russland. Die Polizei sprach von einem Terroranschlag. Derzeit ist unklar, wer den Anschlag verübt hat. Die Terrororganisation Islamischer Dschihad hatte jedoch gedroht, Ziele in Israel anzugreifen.

Schläge und Gegenschläge

Rettungsarbeiten nach dem Anschlag (Foto: AP)

Helfern bot sich ein Bild des Grauens

Die Bombe explodierte zu einem Zeitpunkt sich verschärfender Auseinandersetzungen zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel. Palästinensische Extremisten hatten in den vergangenen Tagen mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelische Gemeinden abgefeuert. Die israelische Armee reagierte darauf mit Gegenschlägen.

Angesichts des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen kündigte Netanjahu eine "aggressive und entschlossene" Antwort an. Israel werde reagieren, um die Bevölkerung vor dem Beschuss zu schützen, sagte Netanjahu vor dem Parlament in Jerusalem.

Am Dienstag waren bei israelischen Militäreinsätzen drei palästinensische Jugendliche und ein Erwachsener sowie vier militante Palästinenser im Gazastreifen getötet worden. Israels Regierung bedauerte die zivilen Opfer.

Hemmschuh Siedlungspolitik

Begonnen hatten die Auseinandersetzungen vor etwa zwei Wochen. Ein Palästinenser tötete eine fünfköpfige Familie in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland. Als Reaktion auf die Tat genehmigte die israelische Regierung den Bau Hunderter neuer Wohnungen für jüdische Siedler im Westjordanland.

Die Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen der schwerste Hemmschuh bei der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern, die seit einem halben Jahr auf Eis liegen.

Autor: Martin Muno (dpa, afp, ap, dapd, rtr)
Redaktion: Sabine Faber

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