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Politik

Schweinegrippe weiter auf dem Vormarsch

Weltweit breitet sich die Schweinegrippe weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöhte ihre Warnstufe. Kalifornien hat den Notstand ausgerufen.

Packungen des Medikaments Tamiflu des Schweizer Pharmakonzerns Roche

Die Entwicklung eines Impfstoffs wird Monate dauern

Die Entscheidung für eine Heraufsetzung der Warnstufe sei nach Krisenberatungen mit Grippeexperten aus der ganzen Welt gefallen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Die von der WHO ausgerufene Phase vier auf einer Skala von eins bis sechs sieht verschärfte Vorsorgemaßnahmen vor. WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda mahnte zur Vorsicht, da die Grippepandemie von 1918, bei der bis zu 50 Millionen Menschen zu Tode gekommen waren, ähnlich begonnen habe.

WHO-Koordinator Keiji Fukuda (Foto: AP)

Kommt die Pandemie? WHO-Koordinator Keiji Fukuda warnt

Warnstufe vier bedeutet, dass das Risiko einer weltweiten Epidemie deutlich gestiegen ist. Laut Fukuda ist eine Eindämmung der Seuche im Moment praktisch unmöglich, da sich das mutierte Schweinegrippevirus vom Typ H1N1 schon auf mehrere Länder ausgebreitet habe. Die WHO empfiehlt jedoch keine Reisebeschränkungen und auch nicht das Schließen von Grenzen. Es sollten aber möglichst Reisen in gefährdete Regionen vermieden werden.

Keine Toten außerhalb Mexikos

In Mexiko erlagen inzwischen 149 Menschen der Krankheit, weitere rund 200 erkrankten. In anderen Ländern wurden bislang keine Todesopfer registriert. Nach dem amerikanischen Kontinent und Europa hat das neuartige Schweinegrippevirus nun auch die asiatisch-pazifische Region erreicht. Neue Infektionen wurden aus Neuseeland und Israel gemeldet.

In New York sind nach Behördenangaben möglicherweise mehrere hundert Schulkinder erkrankt. Es handele sich um Schüler einer Privatschule im Stadtteil Queens, sagte der Leiter der städtischen Gesundheitsbehörde, Thomas Frieden am Dienstag (28.04.2009). Kalifornien hat den Notstand ausgerufen. Der Notstand solle es leichter machen, gegen die Epidemie anzugehen, verlautete es aus dem Büro von Gouverneur Arnold Schwarzenegger.

Nonnen beten mit Mundschutz (Foto: AP)

Hoffentlich hilft beten: Nonnen in Mexiko

US-Präsident Barack Obama will vom Kongress 1,5 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Seuche bekommen, wie sein Sprecher Robert Gibbs sagte. In den USA wurden bisher 64 Infektionen gezählt, sechs in Kanada sowie je zwei in Spanien und Schottland. Verdachtsfälle wurden auch aus der Schweiz und aus Österreich gemeldet.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Verdachtsfälle. Wie viele es genau sind, ist allerdings zurzeit nicht klar. Das Robert-Koch-Institut (RKI) untersucht die deutschen Fälle derzeit. Erst am Mittwoch wird mit Untersuchungsergebnissen gerechnet.

Schmidt: Gut vorbereitet

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (Foto: dpa)

Weiß, was im Notfall zu tun wäre: Ulla Schmidt

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sagte der "Bild"-Zeitung, Deutschland wäre auf einen Ausbruch der Schweinegrippe gut vorbereitet. "Bund, Länder, Ärzte, Krankenhäuser und Rettungsdienste wissen genau, was sie im Ernstfall zu tun haben. Es gibt einen ausgearbeiteten Pandemieplan, der auch funktioniert, wie die Abstimmung der letzten Tage zeigt", erklärte die SPD-Politikerin. Das Auswärtige Amt rät auf seiner Internetseite von "nicht unbedingt erforderlichen" Reisen nach Mexiko ab. Eine formelle Reisewarnung gibt es aber noch nicht. Rund 9000 Deutsche halten sich im Schnitt in Mexiko auf.

Pharmaunternehmen begannen unterdessen mit den Vorbereitungen für die Produktion eines Impfstoffs. Der Schweizer Konzern Novartis hat nach eigenen Angaben bereits den genetischen Code des Virus erhalten. Neben dem Basler Unternehmen arbeiten mindestens weitere 20 Firmen an Grippeimpfungen. Nach Ansicht von Experten wird es aber mehrere Monate dauern, bevor ein Impfstoff bereitsteht.

Die Aktienmärkte reagierten wegen der Furcht vor einer Pandemie den zweiten Tag in Folge mit Kurseinbrüchen. (sam/gri/dpa/ap/rtr)

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