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Wieder Wirbel um AfD-Spitzenkandidatin Weidel

Schwarzarbeit im Haus von Alice Weidel?

Im Wahlkampf macht AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel massiv gegen Flüchtlinge mobil. Jetzt will die Wochenzeitung "Die Zeit" herausgefunden haben, dass sie illegal eine Syrerin beschäftigte. Die Politikerin dementiert.

Köln Alice Weidel auf AfD Bundesparteitag (picture-alliance/dpa/M. Kappeler)

Alice Weidel beim AfD-Bundesparteitag im April in Köln

Die AfD-Politikerin soll an ihrem Wohnort im Schweizerischen Biel 2015 zunächst eine Studentin der Islamwissenschaften als Haushaltshilfe beschäftigt haben. Dann habe die Studentin den Job an die Frau aus Syrien weitergegeben, schreibt "Die Zeit". Die Asylbewerberin sei im Herbst 2016 auch dabei gewesen, als Weidel mit ihrer Familie in eine Eigentumswohnung umgezogen sei. Das Gehalt von 25 Franken pro Stunde habe Weidel den Frauen bar auf die Hand gezahlt, berichtet das Blatt. Es habe weder einen Anstellungsvertrag gegeben, noch seien die Frauen um Rechnungsstellung gebeten worden.

"Freundschaftlicher Kontakt"

Weidels Anwalt teilte der "Zeit" mit, seine Mandantin pflege "einen freundschaftlichen Kontakt" zu einer syrischen Asylbewerberin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. "Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch." AfD-Sprecher Christian Lüth warf der Zeitung vor, mit Bezug auf die Studentin zu unterschlagen, dass eine Barzahlung an Haushaltshilfen nach Schweizer Recht legal sei. "Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig", erklärte er weiter.

Die "Zeit" betonte auf Nachfrage allerdings, dass die Studentin nach ihren Informationen mehr als 750 Franken im Jahr verdient habe.

Alice Weidel lebt mit ihrer Lebenspartnerin, einer aus Sri Lanka stammenden Schweizerin, in Biel. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. In der Öffentlichkeit nennt die AfD-Politikerin die deutsche Ortschaft Überlingen als Wohnort. Die 38-Jährige ist neben Alexander Gauland die Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag.

se/uh (afp, dpa, zeit online)