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Politik

Schulterschluss zwischen Obama und Merkel

Nach seiner vielbeachteten Rede an die muslimische Welt ist US-Präsident Obama nach Deutschland gereist, wo er in Dresden mit Kanzlerin Merkel zusammenkam. Danach besuchten beide die KZ-Gedenkstätte Buchenwald.

Obama und Merkel in Dresden (Foto: AP)

Gespräch unter "Freunden"

"Deutschland ist ein enger Freund und entscheidender Partner" der Vereinigten Staaten, erklärte US-Präsident Barack Obama am Freitag (05.06.2009) nach einem etwa einstündigen Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei der Lösung internationaler Probleme vereinbarten Obama und Merkel eine verstärkte Zusammenarbeit. Vor allem beim Nahost-Konflikt, im Atomstreit mit dem Iran, bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise und beim Klimaschutz wollen Deutschland und die USA eng kooperieren.

Pressekonferenz mit Obama und Merkel in Dresden (Foto: AP)

Großes Medieninteresse: Gemeinsame Pressekonferenz von Obama und Merkel in Dresden

Kanzlerin sichert Unterstützung zu

Merkel bekräftigte: "Wir haben, soweit das notwendig war, immer eine gemeinsame Lösung gefunden." Und sie fügte hinzu: "Es macht wirklich Spaß, mit dem amerikanischen Präsidenten zusammenzuarbeiten." Obamas Grundsatzrede in Kairo bezeichnete die Kanzlerin als ein "Türöffnen gerade auch in die arabische Welt". Es bestehe nun die "einzigartige Möglichkeit", den Verhandlungsprozess in Nahost zu beleben. Der Rede müssten nun Schritte folgen, bei denen Deutschland helfen könne.

"Wonderful"

Obama trägt sich in Goldene Bücher ein (Foto: AP)

Obama trägt sich in Goldene Bücher ein

Zum Auftakt der Stippvisite hatte sich Obama im historischen Grünen Gewölbe des Dresdner Schlosses in die Goldenen Bücher der Stadt und des Freistaates Sachsen eingetragen. Nach der Pressekonferenz mit Merkel besichtigte der US-Präsident die Dresdner Frauenkirche. Obama zeigte sich beeindruckt. Sein Kommentar lautete: "wonderful" (wundervoll). Das Wahrzeichen der Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst vor einigen Jahren wieder aufgebaut.

Besuch in Buchenwald

Ehemaliges KZ Buchenwald (Foto: dpa)

KZ-Gedenkstätte Buchenwald

Am Freitagnachmittag besuchten Obama und Merkel die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Obama ist der erste US-Präsident, der ein ehemaliges Konzentrationslager auf deutschem Boden besucht. Mit dabei war auch Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel. Er gehörte zu den Lagerhäftlingen, die von der US-Armee 1945 aus dem KZ befreit werden konnten.

Zum Abschluss seines eintägigen Deutschland-Aufenthalts wird Obama nach Landstuhl in der Pfalz weiterreisen, wo er das dortige US-Militärhospital besuchen will. In dem Krankenhaus werden Soldaten behandelt, die bei Kampfeinsätzen etwa im Irak oder in Afghanistan verletzt wurden. Am Samstag will der US-Präsident dann in der französischen Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten teilnehmen.

Neuanfang und Respekt

Obama in Kairo (Foto: AP)

Weltweit beachtet: Obamas Grundsatzrede in Kairo

Obama war am Donnerstagabend aus Ägypten kommend in Dresden gelandet. In der Universität von Kairo hatte er in einer knapp einstündigen Grundsatzrede den Muslimen die Hand gereicht und zur Überwindung gegenseitiger Missverständnisse aufgerufen. Fast acht Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 machte der US-Präsident unmissverständlich klar, dass "der engstirnige Hass einer kleinen Gruppe" nichts mit dem tiefen Glauben einer Milliarde Menschen gemein habe. Das Ansehen der USA in muslimischen Ländern hatte zuletzt vor allem wegen der Kriege im Irak und in Afghanistan massiv gelitten.

Positives Echo

Ban Ki Moon (Foto: dpa)

Ban: "Positiver Einfluss"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte Obamas "Botschaft des Friedens, des Verständnisses und der Versöhnung". Er hoffe, dass die Rede des US-Präsidenten einen positiven Einfluss auf den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern und auf die Lösung einer ganzen Reihe von Problemen haben werde, erklärte Ban.

Auch die Europäische Union war voll des Lobes. Obamas Rede werde ein neues Kapitel in den Beziehungen zur arabisch-muslimischen Welt öffnen, meinte EU-Chefdiplomat Javier Solana. "Ich denke, dass wir - die EU, die USA und die Länder der Region - anfangen können, die vielen Probleme zu lösen, mit denen wir im Nahen Osten konfrontiert sind", sagte Solana. Obama hatte am Donnerstag unter anderem nochmals eine Zwei-Staaten-Lösung und einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten gefordert. (wa/gri/dpa/rtr/afp/ap)

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