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Myanmar

Schon Zehntausende Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflohen

Nach jahrzehntelanger Militärdiktatur droht Myanmar nun auch noch aus einem anderen Grund zum Krisenland zu werden: Der Konflikt mit der muslimischen Minderheit in dem südostasiatischen Staat eskaliert.

Verzweifelte Rohingya an der Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch (Foto: picture-alliance/dpa/M.Alam)

Verzweifelte Rohingya an der Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch

Wegen neuer Kämpfe zwischen Myanmars Armee und Rebellen der Rohingya sind Zehntausende Angehörige der muslimischen Minderheit ins Nachbarland Bangladesch geflohen. In den vergangenen sechs Tagen seien 18.500 Rohingya aus dem westlichen Bundesstaat Rakhine über die Grenze gekommen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. In Bangladesch leben bereits etwa 400.000 Rohingya.

6000 Rohingya hängen an Grenze fest

Konflikt in Myanmar (picture-alliance/dpa)

Angehörige der buddhistischen Mehrheit auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen Rohingya und Sicherheitskräften

Die genaue Zahl der neu eingetroffenen Flüchtlinge sei schwer zu beziffern, weil viele Rohingya sich womöglich nicht bei den Behörden in Bangladesch registrieren lassen würden, so die IOM weiter. Außerdem säßen weitere Rohingya, die in das Nachbarland wollten, noch auf der myanmarischen Seite der Grenze fest. Am Dienstag hatten die örtlichen Behörden ihre Zahl auf mindestens 6000 beziffert.

Die Gewalt in Myanmars westlichem Bundesstaat Rakhine war am Freitag eskaliert, nachdem Rohingya-Rebellen Polizei- und Armeeposten im Norden der Provinz angegriffen hatten. UN-Generalsekretär Antonio Guterres und das Flüchtlinghilfswerk UNHCR forderten Bangladesch am Dienstag eindringlich dazu auf, Flüchtlingen aus Myanmar Schutz zu gewähren.

Eine Million Rohingya in Myanmar

Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten die Rohingya als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen in Myanmar leben. Rund eine Million der 52 Millionen Einwohner des Vielvölkerstaates sind Rohingya. Die in bitterer Armut lebenden Muslime gelten auch weitweit als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt.

sti/stu (afp, dpa)