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Mexiko

Schmusekurs mit Trump

Im Wahlkampf hatte der designierte US-Präsident Trump mexikanische Migranten als Kriminelle und Vergewaltiger beschimpft und mit einer Mauer gedroht. Jetzt kommen andere Töne. Und Mexikos Staatschef ist voll des Lobes.

Präsident von Mexiko Enrique Peña Nieto (Picture-Alliance/dpa/EPA/J. Nunez)

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hofft auf enge und gute Beziehungen zu den USA

"Wir sind Verbündete, Partner und Nachbarn", schwärmte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto nach einem Telefonat mit Donald Trump. Das Gespräch sei "herzlich, freundlich und respektvoll" verlaufen. Der mexikanische Staatschef zeigte sich zuversichtlich, dass mit dem Wahlsieg Trumps eine neue Phase der bilateralen Beziehungen begonnen habe. Dies sei "eine Herausforderung, aber auch eine große Chance".

Trump habe ihm zugesichert, dass er in der internationalen Zusammenarbeit "nach Konsens und nicht nach Feindseligkeiten" strebe. Peña Nieto wird seinen Kollegen nach eigenen Angaben noch vor dessen Amtsantritt im Januar persönlich treffen.

Verbrecher, Abschiebung...

Im Wahlkampf hatte der populistische Unternehmer ordentlich gegen den Nachbarn im Süden ausgeteilt. Trump bezeichnete Mexikaner mehr oder weniger generell als Verbrecher und kündigte für den Fall eines Wahlsieges den Bau einer Grenzmauer an. Zudem drohte er damit, die schätzungsweise sechs Millionen Mexikaner, die ohne Papiere in den USA leben, rigoros abzuschieben und das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu zu verhandeln.

USA Mexiko Donald Trump Besuch Pressekonferenz (Reuters/H. Romero)

Ende August empfing Peña Nieto den wahlkämpfenden Trump in Mexiko-Stadt - sehr zum Missfallen der Bevölkerung

Peña Nieto hatte den Republikaner Trump bereits im Wahlkampf in Mexiko-Stadt empfangen. Die Einladung stieß in Mexiko allerdings auf großes Unverständnis und entpuppte sich zu einem PR-Desaster für den ohnehin unbeliebten Präsidenten

Mexiko wappnet sich gegen verschiedene Szenarien

Mexikos Außenministerin Claudia Ruiz Massieu sieht die Entwicklung nicht ganz so euphorisch wie ihr Präsident. Im Fernsehsender Televisa relativierte sie deshalb die Äußerungen Peña Nietos. "Unsere Beziehungen zu den USA enden nicht mit dem Triumph von Donald Trump", sagte sie. Allerdings bereite sich ihr Land auf verschiedene Szenarien vor, beispielsweise die Aufnahme zahlreicher ausgewiesener Migranten.

Auch der für Einwanderung zuständige mexikanische Vize-Innenminister Humberto Roque Villanueva will nicht ganz ausschließen, dass seine Landsleute nun in großer Zahl wieder zurück über die Grenze gebracht werden. Allerdings seien sie für die nordamerikanische Wirtschaft wichtig. Dies müsse auch ein Donald Trump anerkennen, sagte Roque Villanueva weiter.

se/wl (dpa, rtr, afp)

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