1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

US-Präsidentschaftswahl

Hillary Clinton bricht ihr Schweigen

Wie geht Hillary Clinton mit ihrer Niederlage um? Diese wichtige Frage ließ die Demokratin stundenlang unbeantwortet, dann zeigte sie sich als faire Verliererin. Und auch Amtsinhaber Barack Obama gab sich harmonisch.

Ein Tweet um genau 20:55 Uhr New Yorker Zeit war das letzte Lebenszeichen, das Hillary Clinton von sich gegeben hatte. Über Twitter dankte sie ihrem Team, mit dem Zusatz "was immer auch passieren mag", so als hätte sie schon eine leise Vorahnung gehabt, wie die Wahl ausgehen würde. Das, was passierte, muss die Kandidatin der Demokraten sprachlos gemacht haben. Vielleicht hatte sie nicht mit einer Niederlage und dem Ende ihrer politischen Karriere gerechnet. Vielleicht musste sie sich aber auch einfach nur erholen nach den Strapazen im Endspurt vor der Wahl. Auf jeden Fall gab Clinton keinen Kommentar zu ihrem Abschneiden ab und beschränkte sich darauf, ihrem Herausforderer Donald Trump per Telefon zu gratulieren.

Video ansehen 00:39

Clintons erste Rede nach dem Trump-Sieg

Um 11:40 Uhr Ortszeit beendete die 69-Jährige dann ihr Schweigen. Zuvor ließ sie die Journalisten und ihr Team allerdings nochmals warten. Die am frühen Morgen angekündigte Pressekonferenz wurde zweimal um eine Stunde verschoben. Den engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Clintons, die in der ersten Reihe auf den Auftritt der gescheiterten Kandidatin warteten, stand die Erschöpfung und Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

"Schmerzhafte Niederlage"

Dann der Auftritt von Hillary in Begleitung von Ehemann Bill und Tochter Chelsea. Die Verliererin wirkte gefasst, ihr Lächeln ehrlich. Zunächst äußerte sie ihre Enttäuschung über das schlechte Abschneiden. Die Niederlage sei schmerzhaft und werde es auch lange noch bleiben. An ihre Mitarbeiter gerichtet erklärte sie: "Das ist nicht das Ergebnis, für das wir so lange gearbeitet haben". Trotzdem sei es für sie eine große Ehre gewesen, ihre Kandidatin gewesen zu sein.

Clinton erwies sich aber auch als faire Verliererin. "Wir müssen das Ergebnis akzeptieren, in die Zukunft blicken und Donald Trump nun die Chance geben, unser Land anzuführen", appellierte sie an ihre Unterstützer. Ihre Verantwortung als Bürger sei es nun, Amerika gemeinsam weiter zu verbessern. Gerade die jungen Generationen sollten sich dabei von gelegentlichen Rückschlägen nicht abschrecken lassen. Auch sie habe viele Rückschläge erleiden müssen, aber der Kampf lohne sich.

USA Hillary Clinton Rede nach Wahlniederlage (Reuters/B. Snyder)

Hillary Clinton und Ehemann Bill bei ihrem ersten Auftritt nach der Wahlniederlage

Nach knapp zehn Minuten war Clintons Rede vorbei. Ihr abschließender Dank galt Tim Kaine, der als Vizepräsident zur Verfügung gestanden hatte, Michelle und Barack Obama und ihrer Familie, die sich unermüdlich für ihre Sache eingesetzt habe. Auch beim gemeinsamen Abschied von ihrem Team im Zuschauerraum wirkte Clinton immer noch gefasst. Tränen verdrückten nur einige ihrer Anhänger.  

Obama setzt auf guten Übergang

Wenige Minuten später äußerte sich auch Barack Obama zu seinem Nachfolger im Präsidentenamt. "Es ist kein Geheimnis, dass Trump und ich einige signifikante Unterschiede haben", erklärte Obama vor Reportern im Rosengarten des Weißen Hauses. Aber auch bei George W. Bush und ihm habe es vor acht Jahren solche Unterschiede gegeben. Trotzdem sei dank der ausgezeichneten Arbeit des Teams seines Vorgängers ein guter Übergang gelungen. Daran wolle er sich ein Beispiel nehmen.

"Wir sind nicht zuerst Demokraten oder Republikaner, zuerst sind wir Amerikaner und Patrioten", so Obama weiter. Diese Haltung habe er auch aus Trumps Worten in einem Telefongespräch in der vergangenen Nacht herausgehört und das habe ihn bewegt. Seine letzten Worte klangen dennoch kämpferisch: "Wir lecken unsere Wunden und gehen zurück in die Arena. Und beim nächsten Mal versuchen wir, es besser zu machen."

djo/mak (cnn, dpa)

 

Audio und Video zum Thema