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Aktuell Nahost

Schlacht um Geheimdienstzentrale

Islamisten liefern sich nach einem Bombenanschlag auf die Geheimdienstzentrale in Aleppo heftige Gefechte mit syrischen Regierungstruppen. Gewinnen die Rebellen nun die Oberhand?

Alles begann mit einer gewaltigen Detonation eines Sprengsatzes, der heimlich in einem Tunnel unter der Zentrale des Luftwaffen-Geheimdienstes deponiert worden war. Das Gebäude im Zahra-Distrikt im Westen Aleppos wurde teilweise zerstört, es gab offenbar viele Todesopfer. Anschließend gab es in der nordsyrischen Stadt stundenlang schwere Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und Truppen des Machthabers Baschar al-Assad. Aktivisten berichteten auch von Luftangriffen von Regierungsseite.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mindestens 20 Soldaten und 14 extremistische Milizionäre getötet. Beide Seiten schickten Verstärkung. Aleppo ist seit Mitte 2012 umkämpft und geteilt. Der Luftwaffengeheimdienst wird in Syrien besonders gefürchtet.

Al Nusra und Komplizen

Die radikalislamische Al-Nusra-Front erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, ihre Kämpfer hätten mit verbündeten Islamisten den Sitz des Geheimdienstes und die umliegenden Gebäude gestürmt. Nach Angaben der Beobachtungsstelle gelang es dem syrischen Al-Kaida-Ableger aber nicht, das Agentenhauptquartier einzunehmen. Die Regierungstruppen seien von der libanesischen Hisbollah-Miliz unterstützt worden, erklärten die Aktivisten, deren Angaben von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen sind.

Die mit Assad verfeindeten Rebellen hatten in Aleppo bereits mehrere Anschläge verübt, indem sie große Sprengstoffladungen in selbst gegrabenen Tunneln zur Explosion brachten. Im Dezember wurden bei einem solchen Angriff sieben Soldaten getötet, im Mai 2014 sprengten die Aufständischen ein von der Armee besetztes früheres Luxushotel in die Luft.

Not und Elend seit Monaten

Die humanitäre Lage in der Stadt ist katastrophal. Am Sonntag scheiterte der Plan des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura für eine vorübergehende Waffenruhe in der Großstadt. Die syrische Opposition lehnte den Vorschlag ab und verlangte eine "umfassende Lösung des syrischen Dramas", die auch den Rücktritt von Präsident Assad und eine Verfolgung von "Kriegsverbrechern" umfassen müsse. De Misturas Plan sah nur eine Kampfpause vor, um humanitäre Hilfe für die Bewohner zu ermöglichen.

SC/haz (APE, afpe, rtr)