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Aktuell Nahost

Vereinte Nationen: IS-Terror verschlimmert die Not in Syrien

Mehr als eine halbe Million Menschen sind von Nahrungs- und Medikamentenlieferungen abgeschnitten, berichten die Vereinten Nationen. Der Grund: IS-Extremisten verhindern die Arbeit vieler Hilfsorganisationen.

Vier Jahre nach Beginn des Syrien-Krieges haben die Vereinten Nationen ein dramatisches Bild der humanitären Lage in dem zerrissenen Land gezeichnet. Millionen Männer, Frauen und Kinder litten unter Gewalt, Verfolgung, Hunger und Krankheiten, sagte die stellvertretende UN-Nothilfekoordinatorin Kyung-Wha Kang vor dem Sicherheitsrat in New York.

Große Not in den belagerten Gebieten

Besonders der Terror und die Willkür der Extremisten des "Islamischen Staats" (IS) verschlimmerten die Lage der Menschen in dem Bürgerkriegsland. Die Terrormiliz habe in einigen ihrer Herrschaftsgebiete die Büros von Hilfsorganisationen wie dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond geschlossen, so die UN-Diplomatin. Als Folge der willkürlichen Taten hätten 600.000 Menschen seit Dezember keine Lebensmittelieferungen mehr erhalten. Verwundete und Verletzte könnten nicht behandelt werden. Mehr als zwei Millionen Menschen in der umkämpften Stadt Aleppo und anderen Regionen seien von fließendem Wasser und Strom abgeschnitten, fügte Kyung-Wha Kang hinzu.

Sie forderte die internationale Gemeinschaft auf, mehr Geld zur Versorgung der bedürftigen Menschen bereitzustellen. Im Jahr 2014 hätten die UN nur knapp die Hälfte der benötigten Gelder für die Syrien-Hilfe erhalten. Ende März soll eine weitere Geberkonferenz für Syrien in Kuwait stattfinden.

Berichte über Hinrichtung von 15 Christen

In Syrien geht der Terror und die Brutalität des IS gegen Christen offenbar weiter. Wie verschiedene christliche Nachrichtenportale unter Berufung auf örtliche Geistliche berichten, haben die Islamisten im Norden des Landes 15 assyrische Christen hingerichtet. In der Region Al-Hasaka sollen sich mehrere Hundert Christen in der Gewalt des IS befinden. Allein am Donnerstag sollen nach Angaben assyrischer Christenführer in Al-Hasaka mehr als 250 Bewohner christlicher Dörfer von IS-Extremisten entführt worden sein.

Zehntausende fliehen vor IS-Terror in Libyen

Aus dem nordafrikanischen Libyen sind mittlerweile mehr als 25.000 Ägypter ausgereist. Dies teilte das Außenministerium in Kairo mit. Der libysche IS-Ableger hatte Mitte Februar ein Video veröffentlicht, dass die Enthauptung von 21 koptischen Christen zeigte, die meisten von ihnen waren Ägypter. Als Vergeltung flog die ägyptische Luftwaffe zusammen mit den libyschen Streitkräften Angriffe auf IS-Stellungen in Libyen. Die ägyptische Regierung hatte alle Ägypter aufgerufen, das Nachbarland zu verlassen.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der in Libyen lebenden Ägypter in die Hunderttausende geht. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen Chaos und Gewalt in dem ölreichen Land. Mehrere Milizen ringen um die Macht.

cw/sti (afp, kna, epd, afpe)