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Politik

Schiiten wollen Waffen nicht abgeben

Die Kämpfe im Irak nehmen kein Ende. Mehr als 130 Menschen sind in den vergangenen Tagen gestorben. Die Schiiten verweigern nun die von der Regierung geforderte Abgabe ihrer Waffen.

Milizen, AP

Schiiten-Milizen bei Kämpfen am Samstag in Basra

Im Irak ist kein Ende der Kämpfe zwischen der schiitischen Sadr-Miliz und den Regierungstruppen in Sicht. In der seit Dienstag umkämpften südlichen Hafenstadt Basra starben am Samstag (29.3.08) durch einen Luftangriff auf Wohnhäuser nach Augenzeugenberichten acht Angehörige zweier Familien. Die Bewegung des radikalen Predigers Muktada al-Sadr erklärte, Soldaten hätten während einer Razzia in Basra vier Mitglieder einer Familie getötet.

Die US-Armee, die den Regierungstruppen Hilfe in ihrem Kampf gegen die Sadr-Miliz leistet, meldete, amerikanische Soldaten hätten am Freitag bei verschiedenen Einsätzen in Bagdad insgesamt 27 "Terroristen" und "kriminelle Elemente" getötet. Ein US-Soldat sei südlich der Hauptstadt einer Sprengstoffattacke zum Opfer gefallen.

Sadr City umstellt

Kämpfer in basra, ap

Eskalation der Gewalt: Seit Dienstag wird in Basra gekämpft

Bei den schweren Kämpfen in Bagdad sind in den vergangenen Tagen mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen. Im Osten der Hauptstadt seien zudem 647 Menschen verwundet in Krankenhäuser eingeliefert worden, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag. Rettungskräften zufolge haben irakische und US-Soldaten den umkämpften Stadtteil Sadr-City mittlerweile umstellt, so dass die Verwundeten aus den überfüllten Krankenhäusern dort nicht nach außerhalb verlegt werden können.

Die Anhänger al-Sadrs haben die von der Regierung geforderte Abgabe ihrer Waffen verweigert. "Sadr hat uns gesagt, dass wir unsere Waffen nicht abgeben sollen, es sei denn an einen Staat, der sich von dem Besetzer befreien kann", sagte Haider el Dschabari vom politischen Büro der Sadr-Bewegung am Samstag in der südlich von Bagdad gelegenen Stadt Nadschaf.

Machtkampf zwischen Schiiten

Gleichzeitig verdichteten sich die Hinweise darauf, dass die Offensive gegen die Milizionäre von Al-Sadrs so genannter Mahdi-Armee Teil des Machtkampfes zwischen den Schiiten-Parteien ist. In Hilla attackierten Anhänger Al-Sadrs ein Büro der Dawa-Partei des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

irakische Polizei , AP

Die irakische Polizei wird von US-Truppen unterstützt

In Kerbela, wo nach Angaben aus Sicherheitskreisen 32 Anhänger von Al-Sadr festgenommen wurden, hatten am Freitagabend etwa 2000 Mitglieder der Dawa-Partei und des ebenfalls zur Regierungskoalition gehörenden Obersten Islamischen Rates im Irak (SICI) gegen die Sadr-Bewegung demonstriert. Sie riefen: "Schickt uns nach Basra in den Kampf" und forderten die Regierung auf, im Kampf gegen die Sadr-Miliz nicht nachzulassen.

Drei Sadr-Anhänger wurden laut Polizei während einer Razzia in Kerbela getötet, bei der auch zehn Polizisten verletzt wurden. In der Stadt Nassirija südlich von Bagdad, schlug die Polizei Sadr-Milizionäre in die Flucht, die versucht hatten, die Passbehörde zu besetzen. (tos)

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