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Fußball

Schalke zittert sich in die Gruppenphase

Die Gelsenkirchener setzen sich in einer schlechten, aber immerhin spannenden Playoff-Runde gegen PAOK Saloniki durch und stehen nun in der Gruppenphase der Champions League. Der Druck auf Trainer Keller aber bleibt.

Salonikis Ergys Kace (m.) und Giannis Skondras versuchen, dem Schalker Jefferson Farfan den Ball abzunehmen. Foto: Vladimir Rys/Bongarts/Getty Images)

Hauptsache weiter. Schalke (l. mit Farfan) gegen Saloniki

120 Schalker Fans waren nach Thessaloniki gereist, um ihr Team in dem sportlich und finanziell so wichtigen Spiel beim PAOK Saloniki zu unterstützen. Und ihre Leidenschaft für den derzeit erfolglosen Klub wurde belohnt: Der FC Schalke 04 setzte sich in der Playoff-Runde nach dem 1:1 im Hinspiel mit 3:2 (1:0) bei PAOK Saloniki durch. "Wir konnten nach den letzten Wochen keinen Zauberfußball erwarten. Mit Hängen und Würgen haben wir aber unser Ziel erreicht", sagte Torschütze Julian Draxler. "Wir machen uns das Leben immer wieder selber schwer", meinte Trainer Jens Keller und sprach damit die hohe Zahl der Gegentore im internationalen und nationalen Wettbewerb an. Nicht nur sportlich, auch finanziell war es ein sehr wichtiges Spiel für die Schalker. Durch das Erreichen der Gruppenphase können die Königsblauen mit Einnahmen von 20 Millionen Euro rechnen, die sie brauchen, um ihre Schulden abzubauen.

Uninspiriert und lethargisch

Überzeugend war die Leistung der Schalker - wie bereits im Hinspiel - erneut nicht. Die Mannschaft des umstrittenen Trainers Keller war zwar das bestimmende Team, aber sie arbeitete sich zu wenige Chancen heraus. Es fehlte vor allem an Tempo und Präzision. Die vom Ex-Schalker Huub Stevens trainierten Griechen hatten mit dem Champions-League-Halbfinalisten von 2011 deshalb auch keinerlei Probleme - bis zur 43. Minute. Einen langen Pass von Jermaine Jones nahm Atsuto Uchida auf, den Pass des Japaners verwertete Adam Szalai aus kurzer Distanz (43. Minute).

So wie das Spiel auf dem Platz war auch die Stimmung im Stadion. Das lag daran, dass im Touma-Stadion keine Fans von PAOK Saloniki zugelassen waren. Wiederholt hatte es seitens der griechischen Anhänger Ausschreitungen gegeben. Die UEFA hatte daraufhin ein "Geisterspiel" angesetzt. Trotzdem hatten es etwa 20 VIP-Fans geschafft, doch ins Stadion reinzukommen. Zusammen mit den 120 Schalker Zuschauern sorgten sie zwar für einige Jubelgesänge, doch die leeren Ränge strahlten ein beklemmendes Gefühl aus.

Jones musste vom Platz

Der Ausgleich fiel kurz nach der Pause: Stefanso Athanasiadis erzielte das 1:1 (53.). Schalkes Torwart Timo Hildebrand hatte keine Chance, den Ball zu halten. Zu allem Übel musste Jones nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Roter Karte vom Platz (64.). Aber im Gegensatz zu den bisherigen drei Bundesligaspielen, in denen Schalke zweimal verloren und einmal unentschieden gespielt hatte, gaben sie sich diesmal selbst in Unterzahl nicht auf. Der erst 19-jährige Julian Draxler war es, der drei Minuten später das entscheidende Tor schoss (67.). Nach dem erneuten Ausgleich durch Kostas Katsouranis (79.) mussten die Schalker Fans noch mal richtig zittern. Doch noch vor dem Abpfiff erlöste Szalai (90.) mit seinem zweiten Treffer das Team, die Anhänger und den Vorstand.

Für die Mannschaft und vor allem für Coach Keller war es das langersehnte Erfolgserlebnis. Wäre das Team hier ausgeschieden, hätte Keller vermutlich seine Kündigung bekommen. So aber darf er noch weiter arbeiten, steht jedoch weiterhin stark unter Druck. Am kommenden Samstag (31.09.2013, 18:30 Uhr MEZ) müssen die Gelsenkirchener gegen Bayer Leverkusen bestehen - und die Fans erwarten nun endlich den ersten Bundesliga-Sieg.

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